Den Weiden am Brandweiher wurde der Kopf gestutzt

Arbeitseinsatz des NABU Altstadt am 16. Februar 2002

Den Weiden am Brandweiher wurde der Kopf gestutzt. Kopfweiden kommen beim Altstadter Naturschutzbund zu neuen Ehren. Im Feuchtgebiet am "Brandweiher" in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Zollbahnhofes stand deswegen jetzt ein Arbeitseinsatz auf dem Programm. Dieses etwa ein Hektar große Biotop entlang des "Bruchgrabens" war von der NABU-Ortsgruppe vor genau 20 Jahren angelegt worden. Das Gelände befindet sich zum Teil im Eigentum des Umweltverbandes, zum Teil haben auch private Grundstückseigentümer ihre Parzellen für den Naturschutz zur Verfügung gestellt.


"Kopfarbeit" mit Astscheren und Sägen: Fachmännisch legten Erich Dorner, Hans-Joachim Schindelhauer-Deutscher, Harald Pfeiffer, Hans-Jürgen Sand und Kurt Wolf Hand an die Weiden. Die Helfer des Altstadter Naturschutzbundes "stylten" die Bäume im Feuchtgebiet am Brandweiher in die traditionelle Kopfweiden- Form.
Foto: M.Baus
Entlang des kleinen Bachlaufes waren bei der Bepflanzung des Areals anno 1982 Weidenstöcke in den feuchten Erdboden gesteckt worden. Diese haben sich zwischenzeitlich zu ansehnlichen Büschen und Bäumen "gemausert". Regelmäßig vor Frühlingsbeginn rücken die Altstadter Naturschützer nun aus, um speziell der Kopfweide dort neue Flächen zu erschließen. Diese Form der Weide hat eine alte Tradition: Früher stand sie in Wiesen, um einerseits die Ufer von Bächen, Gräben und Teichen auf natürliche Weise zu befestigen und vor Abbrüchen zu schützen. Andererseits wurde aus ihr auch ganz praktischer Nutzen gezogen; der Rückschnitt auf den Stamm war gleichbedeutend mit der Gewinnung von Weidenruten, die zum Flechten Verwendung fanden. Körbe entstanden so in kunstfertiger Handarbeit, die bei der Kartoffelernte zum Beispiel eingesetzt wurden.

Mit derlei Flechtwerk haben die Altstadter Naturschützer heute natürlich längst nichts mehr am Hut. Ihnen geht es vielmehr darum, die Kopfweide als Lebensraum für verschiedene Vogelarten zu erhalten oder auch wieder anzubieten. Allerdings ist der Wiedehopf noch nicht wieder zurück gekehrt, der als auffälliger und farbenfroher Gast früher in den Kopfweiden heimisch war. Aber die Weidenmeise kann man durchaus häufiger in den Bäumen von der merkwürdigen Gestalt blicken. Angeregt worden war die Pflanzung von Kopfweiden im übrigen vom ehemaligen NABU-Kreisvorsitzenden Winfried Fromm aus Lautzkirchen. Mit Astscheren und Sägen gewappnet, brauchte der Helferstab einen halben Nachmittag, um die Kopfweiden fachmännisch in Form zu schneiden. Dickere Äste wurden dabei gleich wieder in den feuchten Erdboden gesteckt - binnen Jahresfrist, im nächsten Frühjahr, werden die Arbeiter in Sachen Naturschutz an gleicher Stelle ein kleines Bäumchen vorfinden, das dann wiederum für Wiedehopf und Weidenmeise zurechtgestylt werden kann. Zugute kamen die Arbeitseinsätze zwischen Bruchgraben und Brandweiher im übrigen schon verschiedenen Kindergärten wie etwa den protestantischen in Limbach, Altstadt und Kirkel-Neuhäusel. In deren Spielhöfen wurden nämlich Naturerlebnisplätze angelegt, in denen unter anderem dicht belaubte Weidentunnel oder lebendige "Tipis" Platz fanden - die Weidenruten wurden zu diesen Zwecken in der gewünschten Form einfach in den Boden gesteckt. Und Gartenbesitzer fragen gleichermaßen nach dem Geäst nach, lassen sich damit doch herrlich grüne Zäune zur Einfriedung installieren.
M. Baus


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Letzte Änderung: 18.02.2002