Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Reineclauden ....

NABU Altstadt pflanzt für die Biosphäre und den Neuntöter

Bäume für die Biosphäre pflanzte der Altstadter Naturschutzbund, und das bei widerlichster Witterung: Weder Regen, Schnee noch Hagel, weder eisige Kälte noch stürmischer Wind konnten die unerschrockenen Helfer des Umweltverbandes davon abhalten, jene Bäume in den Altstadter Boden zu bekommen, die über den "Förderverein Biosphärenreservat Bliesgau" zu günstigen Konditionen bezogen worden waren. Dass der Stab der Mitarbeiter mit Spaten und Hacke inzwischen über reichlich "Pflanzerfahrung" verfügt, kam der Aktion im Hundewetter freilich beträchtlich zupass: Binnen knapp zwei Stunden waren sämtliche Stämme sorgfältig an Ort und Stelle in die Erde gebracht.
"Was tun wir nicht alles für den Naturschutz und für eine Verbesserung der Umweltverhältnisse", empfing ein bibbernder Dr. Berthold Budell mit Pudelmütze und dickem Schal die Naturschützer auf dem Blieskasteler
Pappelhof. Dort wartete der ehemalige saarländische Umweltminister und jetzige Vorsitzende des Biosphäen-Fördervereins auf die Abnehmer für
"seine Obstbäume".

Über 400 hatte er samt Pflanzpfählen, Verbissschutzdraht und Bindeseil entsprechend den Bestellungen parat gelegt. "Damit bringen wir die Natur im vorgesehenen Schutzreservat wieder ein Stückchen voran", freute er sichüber die gute Resonanz, die die großangelegte Aktion bei Umweltverbänden, Obst- und Gartenbauvereinen sowie nicht zuletzt auch privaten Interessierten gefunden hatte. Genau 21 hochstämmige Obstbäume lud er auf den Anhänger des Altstadter NABU; 15 Äpfel, Birnen, Mirabellen und Zwetschgen zahlte dieser aus eigener Tasche, je drei weitere stellten Rudi Enkler und Hans-Peter Schmitt, die Ortsvorsteher von Altstadt und Kirkel-Neuhäusel zur Verfügung.

Vereinseigenes Gelände zwischen dem Lappentascherhof und dem Areal des ehemaligen Zollbahnhofes war dann die Endstation für die Obstbaum-Ladung. Die "Logistik" lief dort dann ab wie am Schnürchen:


Kkurz vor Blitz, Donner und Hagel am letzten Baum: Trotz widriger Witterung lief die Pflanzung von "Biosphären-Bäumen" beim Altstadter Naturschutzbund wie am Schnürchen ab. Wolfgang Daum, Kurt Wolf, Harald Pfeiffer, Heinz-Günther Wolf und Erich Dorner (v. l.) scheuten weder Wind noch Wetter, um der Natur auf die Sprünge zu helfen.
Foto: M.Baus

Während Kurt Wolf die Wurzeln und die Ästchen fach- und pflanzgerecht zurückschnitt, bereiteten Wolfgang Daum, Erich Dorner und Harald Pfeiffer schon einmal in Reih und Glied die Pflanzlöcher vor. "Ruckzuck"
standen dann die beiden Obstbaumreihen. Für die Bäumchen beste Bedingungen bot der Boden, der nach all den Niederschl&ägen der letzten Wochen ideal schlammig war.

Zehn Jahre ist es bereits her, dass der Altstadter Naturschutzbund mit der Bepflanzung dieses Terrains begonnen hat; mehrere hundert Obstbäume und Sträucher wie Holunder, Hartriegel und Haselnuss wurden seither auf dem rund 25.000 Quadratmeter Areal untergebracht. Die Schaffung und Verbesserung von Lebensräumen für seltene Vogelarten ist das erklärte Ziel dabei, weniger die Ernte vonÄpfeln oder Birnen. Neunöter, chwarzkehlchen und Rebhuhn sind seither zur Freude der Ornithologen Brutvögel in jenem Areal, das zuvor als Anbaufläche für Getreide genutzt wurde. Vorteilhaft für den Naturschutz ist das NABU-Gelände vor allem deswegen, weil es sich als etwa 20, 25 Meter breiter, aber mehrere hundert Meter langer Gürtel durch die ansonsten ausgeräumte Feldflur zieht, in der Vögel und Wild ansonsten kaum Zuflucht finden.

Nichts wurde es für dieses Mal mit dem raditionellen Umtrunk zum Abschluss der Arbeit. Der letzte Baum war
kaum im Boden, da ging ein Hagelschauer samt Blitz und Donner auf die Naturschützer nieder, so dass diese nichts anderes mehr im Sinn hatten, als schnellst möglich nach Hause in die heiße Badewanne einzutauchen.

M. Baus


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Letzte Änderung: 9. März 2002