Alte, robuste Obstsorten hatten Vorrang beim NABU-Arbeitseinsatz

12. März 2009

Robust, frostresistent, starkwüchsig, widerstandsfähig, - das waren einige der Kriterien, nach denen der Altstadter Naturschutzbund jene Obstbäume aussuchte, die er jetzt, kurz vor Frühlingsanfang und dem Beginn der Vegetationsperiode, pflanzte. "Wir haben in Altstadt ganz mageren Sandboden, da können wir keine Bäume in die Erde setzen, die besonders anspruchsvoll sind", unterstrich Hannes Sand, der zum guten Dutzend der Helfer gehörte und der zuvor die Bäume in einer speziellen Baumschule in der Westpfalz besorgt hatte.

Schauplatz des Arbeitseinsatzes war ein alter Obstgarten, den der Umweltverband aus dem Kirkeler Ortsteil erst seit Kurzem sein Eigen nennt. Viele Jahrzehnte ist es schon her, dass diese Anlage entstanden ist; speziell in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg diente sie der Selbstversorgung wurde deswegen wie ein Augapfel gehegt und gepflegt. "Aus dieser Zeit stammen auch noch die alten, knorrigen Apfelbäume, die im letzten Herbst richtig gut getragen haben", stellen Marion und Dieter Geib fest.

Diese bald haushohen Baumveteranen haben nun gehörig Nachwuchs bekommen. Während Roland Mercklein akribisch mit Säge und Schere zu Werke ging, um dem alten Baumbestand eine Verjüngungskur zu verpassen, wurden dazwischen jede Menge neue Bäume in den Boden gebracht. "Auf diese Weise sorgen wir dafür, dass die Obstwiese in ihrer Struktur auf Dauer erhalten bleibt", skizzierte Bernd Binkle. Erst wurden großzügige Pflanzlöcher ausgehoben, dann der Haltepfosten eingepflockt und die Wurzel ordentlich eingeschlämmt, ehe jeder Baum mit einem Kokosseil befestigt wurde. Schließlich wurde noch ein spezieller Verbissschutz angebracht, der das "Fegen" des Rehwildes und die damit verbundene Schädigung des Stammes verhindern soll.

Verwendet wurden bei der Pflanzaktion nur Hochstämme, weil diese für den Naturschutz von besonderer Bedeutung sind. Bei der Auswahl sei darauf geachtet worden, dass allein alte, traditionelle Obstsorten im Einkaufwagen landeten. Den "Edelborsdorfer", einen Winterapfel mit Zimtgeschmack, aßen schon die Ritter im Mittelalter, der "Rote Eiserapfel" war bereits vor 500 Jahren wegen seiner Süße beliebt - ganz unempfindliche Blüten sind sein besonderes Kennzeichen. Die "Veldenzerbirne" war mit knapp zwei Jahrhunderten gerade mal der Jungspund unter den neuen Bäumen. "Sie ist pflegeleicht und kommt gut mit rauhen Standorten zurecht. Das ist hier, am Rande der oft frostigen und nebligen Bliestalaue auch notwendig". Dass aber nicht die reichliche Obsternte, sondern die Erhaltung und Schaffung von neuen Lebensräumen für Tiere und Pflanzen im Vordergrund steht, das zu betonten werden die NABU-Akteure nicht müde. Unmittelbar angrenzend an das Naturschutzgebiet "Höllengraben", ist ein vielfältiges Netz unterschiedlicher Biotoptypen ihr Ziel. Nisthilfen für Singvögel und den seltenen Steinkauz wurden inzwischen ebenso installiert wie spezielle Quartiere für Fledermäuse.

Martin Baus






Fotos: Martin Baus


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Letzte Änderung: 12.03.2009