Kopfweiden schneiteln war auch in diesem Jahr wieder angesagt

Januar 2015

Die Kopfweiden am "Bruchgraben" unweit des Zollbahnhofes, standen im Mittelpunkt der Aktion in Sachen Naturschutz. Ihnen eine neue "Frisur" zu verpassen lautete die Aufgabe, die sich das NABU-Helferteam gestellt hatte. Das etwa einen Hektar große Feuchtgebiet war von dem Altstadter Umweltverband vor mehr als 30 Jahren angelegt worden. Das Gelände befindet sich zum Teil im Eigentum des Umweltverbandes, zum Teil haben aber auch private Grundstücksbesitzer ihre Parzellen für den Naturschutz zur Verfügung gestellt. Bei der Bepflanzung des Terrains anno 1982 waren Weidenstöcke in den feuchten Erdboden gesteckt worden. Diese haben sich zwischenzeitlich zu ansehnlichen Büschen und Bäumen "gemausert".

Diese Kopfform der Weide hat eine alte Tradition: Früher stand sie in Wiesen, um einerseits die Ufer von Bächen, Gräben und Teichen auf natürliche Weise zu befestigen und vor Abbrüchen zu schützen. Andererseits wurde aus ihr auch ganz praktischer Nutzen gezogen; der Rückschnitt auf den Stamm diente auch der Gewinnung von Weidenruten, die beim Flechten Verwendung fanden. Körbe entstanden so in kunstfertiger Handarbeit, die bei der Kartoffelernte zum Beispiel eingesetzt wurden. Dem Altstadter Naturschutzbund geht es indes darum, die Kopfweide als Lebensraum für verschiedene Vogelarten zu erhalten oder auch wieder anzubieten. Allerdings ist der Wiedehopf noch nicht wieder zurückgekehrt, der als auffälliger und farbenprächtiger Gast früher in den Kopfweiden heimisch war. Aber die Weidenmeise kann man durchaus häufiger in den Bäumen von der merkwürdigen Gestalt beobachten, deren fachgerechter Schnitt im Fachjargon als "Schneiteln" bezeichnet wird.

Der Rückschnitt der langen Vorjahrestriebe zurück auf eine Art "Bubikopf " ist inzwischen zur Routine geworden - binnen weniger Stunden waren die knorrigen Gesellen zurechtgestutzt und präsentierten sich im neuen Outfit. Mehr Licht und Sonne wird künftighin auch der Teich haben, der sich inmitten des Biotops befindet. Speziell Molche fühlen sich in dem Tümpel mit dem klaren Wasser pudelwohl.

 


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