Naturschutzbund und Pfalzwerke installieren Storchenmast am Feilbach in Altstadt

Februar 2013

Die Woogsacker Mühle als Kulisse im Hintergrund:
Auf einem Grundstück des Altstadter Naturschutzbundes am Feilbach
richteten Mitarbeiter der Pfalzwerke AG einen neuen Storchenmast auf.


„So, das Hochzeitsbett ist bezugsfertig, jetzt kann er kommen“: Dass der Storch sich ab sofort nur noch ins gemachte Nest zu setzen braucht, sprach Dieter Geib mit diesen Worten an. In der Feilbachaue, am östlichen Rand des Naturschutzgebietes „Kühnbruch“ mit der historischen Woogsacker Mühle als Kulisse, richtete der Altstadter Naturschutzbund jetzt nämlich eine so genannte „Storchenhorst-Plattform“ auf. Dabei wurden die Umweltschützer tatkräftig unterstützt von der Pfalzwerke AG, die mit Personal, schwerem Gerät und Know-how an Ort und Stelle war, um das Gestell zu montieren und dann den Pfahl im morastigen Untergrund zu justieren.

Ausgesucht worden war der Standort für das Storchennest mit Bedacht: „Schon seit Jahren sind auf den Wiesen entlang des Feilbaches immer wieder Störche bei der Nahrungssuche zu beobachten“, skizzierte Marion Geib. Die Feuchtgebiete im Umfeld des neuen Storchennestes seien aufgrund der extensiven landwirtschaftlichen Nutzung ein ideales Biotop für den stolzen Schreiter.

Als dem Umweltverband nun ein Grundstück in diesem Bereich zum Kauf angeboten wurde, wurden gleich Nägel mit Köpfen gemacht. Stefan Till konstruierte nach vorher akribisch recherchierten Plänen den stabilen Unterbau aus Moniereisen, dann schritten zudem noch Dieter Geib und Gerhard Schneider zur Tat, um zuvor bei einem Arbeitseinsatz „geerntete“ Weidenruten sorgfältig zu einem soliden Nest zu flechten.

Das Gertengeflecht wurde von Hannes Sand noch kunstfertig mit weißer Farbe „beschmutzt“: „So sieht es besetzt aus, und das zieht diese Vogelart ganz besonders an“. „Offene Türen" rannte Marion Geib bei den Pfalzwerken ein, als sie nachfragte, ob mit Unterstützung seitens des Unternehmens zu rechnen sei – zahlreiche ähnliche Initiativen wurden zuvor von dem Energieversorger unterstützt, und zahlreiche Storchenpaare zogen bereits Nachwuchs auf den ausrangierten Leitungspfosten groß.

Mit einem solchen Pfahl, hydraulichem Kran, Stromaggregat und Bagger rückten nun Andreas Riedinger, Thilo Walter, Marco Schmelzer und Gunter Leiner an, um die Plattform zu installieren. Bei idealen Bedingungen war im Handumdrehen die 2,50 Meter tiefe Grube neben dem Feilbach ausgehoben. Dann wurde in souveräner Millimeterarbeit der 15 Meter hohe Mast in die Erde gebracht. Ständig wurde bei der Gründung mit dem Senkblei kontrolliert, damit der Pfosten auch gerade steht.

Fast 5000 Euro investierte der Altstadter NABU aus der Vereinskasse in dieses Projekt „Storchenhorst", wobei der Ankauf des Grundstücks der dickste Brocken war. Auch das Preisgeld, mit dem der Verein beim „Möbel-Martin-Umweltpreis“ ausgezeichnet worden war, wurde dafür ausgegeben. Die Pfalzwerke unterstützten die Aktion unentgeltlich – wie zuvor schon zahlreiche andere in der Region.

Ob Adebar das Angebot tatsächlich auch annimmt, können die Naturschützer natürlich nicht versprechen. Da der stolze Stelzvogel aber dank vielfältiger Aktivitäten immer häufiger in der Region zu beobachten sei, wolle man zumindest den Versuch unternehmen. „Erst im letzten Frühjahr war ein halbes Dutzend Störche über längere Zeit hinweg in diesem Bereich zu beobachten, und ein Pärchen schaute sich die schon vor einigen Jahren aufgestellte Plattform an der Blies näher an – allerdings ohne sich ein Nest zu bauen“, blickt Dieter Geib zurück.

 

Deshalb wurden nun an diesem zweiten Nest Weidenruten eingeflochten. Mit einem Hubsteiger, den wiederum die Pfalzwerke bereitgestellt hatten, wurden der NABU-Vogelwart und Stefan Till nach oben gehievt, wo sie eisigem Ostwind zum Trotz dem Storch auch dort das Bett machten.

     


Text: Martin Baus
Fotos: Martin Baus und Marion Geib


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