Neues Naturschutz-Projekt des NABU Altstadt: Wiederansiedlung von Mauerseglern

Januar 2017


Wiederansiedlung von Mauerseglern

Die NABU Ortsgruppe Altstadt hat sich Anfang 2017 dazu entschlossen, ein Projekt zur Wiederansiedelung von Mauerseglern durchzuführen.
 
Der Mauersegler (Apus apus) hat sich in der Vergangenheit in Städten und Dörfern als ein echter Kulturfolger angesiedelt, wo er unter den Dächern und in Nischen alter Gebäude geeignete „Wohnstuben“ fand. Jedoch sind viele dieser „traditionellen“ Nistplätze durch Sanierungen und Neubauten verloren gegangen; die hermetische Abriegelung speziell von Altbauten infolge energetischer Dämmung bedroht die angestammten Nistreviere zunehmend. Konsequenz: Der Mauersegler wird auch in unserer Region immer seltener und musste nun bereits auf die Vorwarnliste der gefährdeten Brutvögel gesetzt werden.

Diesem Trend wollen wir mit dem flächendeckenden Angebot von künstlichen Nisthilfen entgegenwirken und beabsichtigen deshalb, in den drei Ortsteilen von Kirkel derartige Kästen an geeigneter Stelle zu montieren. Da solche Nisthilfen in einer Höhe von sechs und mehr Metern mit freiem An- und Abflug eingerichtet werden sollten, kommen insbesondere höhere Gebäude wie z. B. Kirchtürme oder Industriebauten, aber auch Wohnhäuser in Frage. Zum Auftakt des Projekts haben wir vor wenigen Wochen eine Dreifach-Nisthilfe am Turm der katholischen Kirche in Kirkel-Limbach installiert (siehe gesonderten Bericht). Weitere ins Auge gefasste Standorte sind die übrigen Kirchen der Gemeinde Kirkel, die Burgruine in Kirkel-Neuhäusel sowie  Industriebauten. Es ist unser Ziel, dem Mauersegler innerhalb von zwei Jahren ca. 40 Nisthöhlen in unserer Gemeinde zur Verfügung zu stellen und damit die Grundlage für eine stabile Population zu schaffen.

Bei den künstlichen Nisthöhlen setzen wir auf Kästen aus atmungsaktivem Pflanzenbeton. Diese sind zwar teurer als Kästen aus Holz, dafür aber wesentlich länger haltbar. Da der Aufwand für die Montage der Nisthilfen wegen der Höhe in der Regel sehr groß ist, lohnt sich dieser Mehrpreis auf jeden Fall. Für das gesamte Projekt haben wir Kosten in Höhe von 2.500 € kalkuliert. Zur Finanzierung sind wir auf Spenden angewiesen. Da wir eine gemeinnützige Einrichtung sind, können Spenden steuerlich abgesetzt werden.

Nur zur Brut begibt sich der Mauersegler auf festen Boden. Die übrige Zeit seines Lebens verbringt er in der Luft, er vermag sogar im Fliegen zu schlafen. Auch Nahrungssuche, Wasseraufnahme und sogar die Paarung werden „im Flug“ erledigt. Mit weit geöffnetem Schnabel fängt er Insekten aus der Luft, sammelt sie im Kehlsack und verfüttert sie zu einem Ballen geformt an die hungrigen Jungen. Wird das Futter bei Schlechtwetterperioden knapp, können die Jungvögel in eine energiesparende Starre verfallen, bei der ihre Körpertemperatur stark absinkt. Weitere Informationen zum Mauersegler findet man an vielen Stellen im Internet, z.B. auch bei www.nabu.de.

Fotos: Marion Geib und NABU Erlenbach

 


 

 


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Letzte Änderung:12.03.2017