Neues Projekt des NABU Altstadt: Wildblumenwiesen für Insekten

November 2019

In den vergangenen Jahren hat der NABU Altstadt umfangreiche Projekte zur Wiederansiedlung von Schwalben und Mauerseglern durchgeführt; dabei wurden mit erheblichem Aufwand in allen Ortsteilen der Gemeinde Kirkel  Nisthilfen für Schwalben und Mauersegler installiert, die inzwischen zum Großteil auch bereits belegt sind. Neben den Nistmöglichkeiten müssen für diese Vögel auch ausreichende Nahrungsgrundlagen geschaffen werden.

Der NABU Altstadt verfügt derzeit über ca. 70.000 m² eigene Grundstücke (Streuobstwiesen, Feuchtbiotope, Hecken, Wald). Zur Umsetzung des Projektes wollen wir weitere Grundstücke im Umfang von ca. 4.000 m² auf der Gemarkung von Kirkel erwerben und dann auf insgesamt ca. 8.000 m² Fläche artenreiche Wildblumenwiesen anlegen, um so für eine bessere Lebensgrundlage von Insekten zu sorgen. Durch das Eigentum an den Grundstücken, die freiwilligen Arbeitseinsätze seiner Mitglieder und Eigenkapital ist der NABU Altstadt in der Lage, diese Flächen nachhaltig und auf Dauer in diesem Sinne zu bewirtschaften.

Vorgehensweise:
Zunächst wird die Grasnarbe entfernt und der Boden gelockert. Da die meisten Wildblumen mageren Boden lieben, ist der sandige Boden in der Gemarkung Kirkel hierfür sehr gut geeignet. Die Wildblumenwiesen werden ein bis maximal zwei Mal im Jahr gemäht. Die besten Zeiten zum Mähen sind der September - wenn nur ein Mal geschnitten wird - sowie Ende Juni und Ende August wenn zwei Mal gemäht wird. Dabei wird die Gesamtfläche nicht auf einmal gemäht, sondern mit einer Woche Pause; so können die Tiere in der Wiese umziehen, und der jeweilige Arbeitseinsatz der NABU Ortsgruppe ist schneller erledigt. Die Aussaat wird so erfolgen, dass vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst hinein ein kontinuierliches Blütenangebot zur Verfügung steht. Einige unserer Parzellen sind trocken-sonnig, andere sind eher wechseltrockene und halbschattige bis schattige Standorte. Das Saatmaterial wird diesen unterschiedlichen Gegebenheiten angepasst.

Von diesem Projekt profitieren insbesondere Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge, Heuschrecken, Libellen, Käfer und Spinnen. Der Rückgang der Insekten-Populationen ist auch deshalb besonders problematisch, da sie vielen anderen Arten als Nahrung dienen. Zahlreiche Amphibien, Vögel (z.B. Schwalben und Mauersegler) und Fledermäuse sind auf Insekten als Nahrung angewiesen. Ein Rückgang der Insekten gefährdet somit viele andere Arten in ihrem Bestand. Zudem ist die Bestäubung durch Insekten für viele Pflanzen, darunter zahlreiche Nutzpflanzen, unverzichtbar. Die Wildblumenwiesen sind zudem Brutflächen für Bodenbrüter (wie z.B. die Feldlerche).

Anzahl und Vielfalt an Insekten werden gesteigert, und die Lebensgrundlage für insektenfressende Vögel wird verbessert. Die bisherigen landwirtschaftlichen Monostrukturen werden durch ökologische Inseln und Trittsteinbiotope unterbrochen, welche die Vernetzung bereits geschaffener bzw. bestehender Lebensräume verbessern.





 


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Letzte Änderung:20.12.2019