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Presseartikel 2017

August 2017

Landrat Gallo besucht Altstadter Mittelwald
Treffen benachbarter NABU-Ortsgruppen in der Jagdhütte

Prächtig gedeihen die 400 Bäume, die vom Altstadter Naturschutzbund im letzten Herbst gepflanzt worden waren. Ungemein viel Regen über das Frühjahr und den Sommer hinweg hat dafür gesorgt, dass die Hainbuchen-Setzlinge so gut wie alle hervorragend angewachsen sind und jetzt in sattem Grün stehen. Das „Projekt Mittelwald“ stand im Blickpunkt eines Ortstermins, zu dem nicht nur Vertreter von NABU-Ortsgruppen aus Homburg, St. Ingbert, Blieskastel und Bexbach sowie der Kreisvorsitzende Peter Hellenthal gekommen waren. Auch Landrat Theophil Gallo nutzte die Gelegenheit, um sich über die Initiative des Umweltverbandes zu informieren. Das im Saarland und darüber hinaus einzigartige Projekt war vom Saarpfalz-Kreis bezuschusst worden.

"Wir simulieren hier quasi eine Waldnutzung, wie sie über Jahrhunderte üblich war“, skizzierte Patric Heintz. Er hatte den Vorschlag gemacht, einen vereinseigenen Wald so „umzubauen“, das am Ende ein nahezu undurchdringliches Dickicht Lebensraum für viele Tierarten entsteht. „Herzstücke“ dabei seien bereits stattliche Eichen, deren Umfeld einer nachhaltigen, behutsamen Nutzung nach historischem Vorbild unterzogen werden soll. „Durch die flächendeckende Pflanzung von Hainbuchen wird der Lichteinfall reguliert, so dass sich eine ganz eigene, inzwischen seltene Artenstruktur entwickeln kann“, erläuterte der stellvertretende Vorsitzende des Altstadter Naturschutzbundes. Diese Art der Waldbewirtschaftung sei in vorindustrieller Zeit absolut gängig gewesen, ist heute aber weitgehend verschwunden. „Wenn sie eine gewisse Größe haben, werden die Hainbuchen dann regelmäßig zurück geschnitten – das klingt zunächst paradox, ist aber der Kern des Projekts“, erläuterte Heintz weiter: Die Hainbuchen treiben wieder aus und verdichten das Unterholz zu einer ganz speziellen Art Biotop. Klassisch seien solche Wälder in 20 Teile gesplittet worden, um dann Jahr für Jahr partiell und sukzessive „beerntet“ zu werden, zur Brennholznutzung etwa. Allein die stetig zunehmenden Eichen bleiben unberührt; sie wie ihre Bodenflora werden regelmäßig komplett besonnt, und Arten die sich genau auf solche Strukturen spezialisiert haben, werden gefördert.

Auch als Vorsteher des Zweckverbandes Biosphäre Bliesgau zeigte sich Landrat Gallo angetan vom „Mittelwald“-Projekt. Nicht nur für den nördlichen Bereich des Unesco-Reservates sei die Umsetzung eines solchen Vorhabens ein interessanter und spannender Versuch, andere attraktive Wege im Naturschutz zu gehen und Landschaftselemente aufzuwerten. Im Herbst geht es im übrigen weiter, dann werden die nächsten 300 Bäume gepflanzt – binnen drei Jahren sollen es dann insgesamt 1000 werden.

Die Jagdhütte im Altstadter Märchenwald war nach dem Ortstermin dann Schauplatz weiterer intensiver Diskussionen. Bei einem Imbiss war dabei auch die Neutrassierung der Bundesstraße 423 ein Thema. Über ein bundesweit renommierte Anwaltskanzlei sei inzwischen auch eine 72-seitige, dezidierte Stellungnahme des NABU-Landesverbandes abgegeben worden. Auch der Altstadter Naturschutzbund hat gegen die neue Straße durch Blies- und Erbachaue Stellung bezogen, allerdings auf nur zwei Seiten.


(Text und Foto: Martin Baus)


Juni 2017

Altstadter Naturschutzbund installiert Nistkasten für Schleiereule im Limbacher Kirchturm

„Was dem einen seine Eule, ist dem anderen seine Nachtigall“: Diese alte norddeutsche Weisheit hat der Altstadter Naturschutzbund jetzt hinsichtlich der beiden Limbacher Kirchtürme etwas umgefriemelt: „Was dem einen seine Mauersegler, ist dem anderen seine Schleiereule“ könnte die Devise lauten, nach der an beiden markanten Bauwerken Nisthilfen für die jeweilige Art installiert wurden. Bereits im März war an der katholischen Christ König ein Kasten für die flinken Mauersegler angebracht wurden. Tatkräftig unterstützt worden war der Umweltverband dabei von der Homburger Feuerwehr, die mit ihrer modernen Drehleiter die Montage in schwindelnder Höhe möglich machte (Bericht siehe weiter unten).

Kurz darauf wurde der NABU dann von der protestantischen Kirchengemeinde angesprochen, ob denn ein solcher Kasten nicht auch an der alten Elisabethkirche installiert werden könne. Dass der alte Turm vermutlich nicht hoch genug für Mauersegler sei und das aus Buntsandsteinen erstellte, denkmalgeschützte Gemäuer zudem in seinem „Outfit“ beeinträchtigt werde, sprach aus Sicht der Naturschützer aber eher dagegen. Viel besser zu einer solchen alten Dorfkirche passe indes eine Schleiereule. Der Vorschlag, im obersten Stockwerk des Turms, direkt unter den Glocken gegen den alten Friedhof hin, eine Nisthilfe für die Schleiereule unterzubringen, fand denn auch bei der Kirchengemeinde Gegenliebe. Dieter Geib, Beisitzer im Vorstand, baute dann genau nach Vorschrift einen Nistkasten für den nachtaktiven, lautlosen Vogel. Mit rund 40 Kilogramm Gewicht und sperrigen Maßen stand der Altstadter Naturschutzbund dann vor dem nächsten Problem – nämlich wie den Eulenkasten in den Turm hinauf bekommen. Türen erwiesen sich als zu schmal, Holzstiegen als zu eng. Ein Hubsteiger oder eine eigens aufzubauende Seilwinde wurden lange durchdiskutiert. Bei einem Ortstermin wurde dann die Lösung gefunden – eine „Geheimtür“, an die sogar Küster Dieter Hock nicht gedacht hatte, erwies sich als „des Pudels Kern“. Über die alten Kirchenbänke der Empore wurde der Eulenkasten schließlich durch diese vergessene Passage in den Turm verfrachtet. Der Rest war dann nur noch Routine, das Domizil wurde von den NABU-Aktiven fest an jenem Fenster verankert, das Axel Leibrock von der Limbacher Kirchengemeinde zuvor so hergerichtet hatte, dass die Eule auch in den Turm hineinkommt.

„Jetzt heißt es nur noch abwarten, bis die Schleiereule den Weg zu ihrer neuen Behausung findet“, meinte Marion Geib, die Kauz- und Eulenexpertin des Altstadter Umweltverbandes. Es könnte allerdings auch sein, dass der Turmfalke der Eule den Brutplatz streitig macht – „die beiden Arten konkurrieren gerne um solche Angebote“, meinte sein. Aber auch der Turmfalke passe ganz gut zum Limbacher Kirchturm.
(Text und Foto: Martin Baus)


März 2017

Altstadter Naturschutzbund und Homburger Feuerwehr montieren Mauerseglerhilfe an der katholischen Kirche in Limbach

Durchaus spektakulär lief die Aktion ab, deren Schauplatz die katholische Kirche „Christ König“ in Limbach war: Am frisch renovierten Turm des bald 85 Jahre alten Gotteshauses brachte der Altstadter Naturschutzbund mit tatkräftiger Unterstützung der Homburger Feuerwehr einen Spezialnistkasten für Mauersegler an. Unterhalb der Schalllöcher wurde die etwa sieben Kilogramm schwere und einen Meter lange Vorrichtung aus Pflanzenfaserbeton montiert. Erreicht wurde diese Stelle auf etwa 16 Metern Höhe über die gewaltige Drehleiter, mit welcher die Homburger Floriansjünger angerückt waren.

Zahlreiche Zuschauer, darunter auch der Limbacher Ortsvorsteher Max Limbacher sowie auch Mitglieder der örtlichen Feuerwehr waren gekommen, um die Installation des Vogelquartiers mitzuerleben. Schon allein die Ausrichtung des Fahrzeugs an der richtigen Stelle sorgte für staunende Gesichter. Nachdem „Pilot“ Hans-Peter Schad hydraulisch die Waagrecht-Senkrecht Stützen justiert hatte, bugsierte er die Besatzung im optimal gesicherten Korb routiniert auf Arbeitshöhe. Patric Heintz, der stellvertretende Vorsitzende des Altstadter Naturschutzbundes, sowie Philipp Sandmayer und Paul Bessler von der Homburger Feuerwehr zeigten sich unbeeindruckt von dem, was sich an Abgründen unter ihnen auftrat und jonglierten trotz luftigem Standort souverän mit Bohrmaschinen und Vogelkasten.

Das „Mehrfamilienhaus“ für Mauersegler, das einer kleinen Kolonie Platz bietet und über drei Einfluglöcher verfügt, wurde vom NABU eigens für den Kirchturm angeschafft und von Dieter Geib zuvor auch in dessen neuer Farbe gestrichen. Mit der Anbringung an einem solch augenfälligen Ort will der Umweltverband auch auf die Gefährdungen aufmerksam machen, denen der elegante Flieger zusehends ausgesetzt ist. Die fortschreitende und geradezu hermetische Dämmung speziell von Altbauten bedroht die angestammten Nistreviere im Siedlungsbereich immer stärker. Über die besonderen Eigenschaften des eleganten Fliegers informierte Hans-Jürgen Sand vom NABU-Vorstand: „Mauersegler leben etwa zehn Monate im Jahr ausschließlich in der Luft; nur während der etwa zweimonatigen Brutzeit haben sie zeitweise Bodenberührung. Die Vögel, die gerne mit Schwalben verwechselt werden, können Geschwindigkeiten von über 200 Kilometer pro Stunde erreichen“. Und wenn das Wetter einmal schlecht ist und nicht genügend Insektennahrung vorhanden, dann flögen sie schon mal kurz 500 oder 600 Kilometer gen Süden, um Futter beizuschaffen.

Nach knapp einer Stunde war das neue Quartier bezugsfertig. Für das Trio im Korb wurde die Drehleiter dann auf ziemlich maximale 30 Meter ausgefahren, um kurz Umschau über Limbach und Umgebung zu halten. Neugierig wurde das Geschehen von vier Störchen und einem Bussard beobachtet, die über die katholischen Kirche ihre Runden drehten. Frühestens Anfang Mai wird man dann sehen, ob die Mauersegler das neue Wohnungsangebot annehmen – dann erst kommen sie aus ihrem Winterquartier im Süden zurück, um sich fortzupflanzen.
(Text und Foto: Martin Baus)


Februar 2017

Abholzungen - Thema beim Altstadter Naturschutzbund

Dass Wald auch dann Wald ist, wenn weit und breit kein einziger Baum mehr zu sehen ist, diese seltsame Erfahrung musste der Altstadter Naturschutzbund in den vergangenen Wochen machen. Hintergrund: Großflächige Abholzungen alter Bäume in der Gemarkung „Sandkaut“ am Rand der dortigen Erdbeerplantagen hatten beim NABU die Telefone heiß laufen lassen. Allen Protesten zum Trotz scheiterten sämtliche Versuche, die Fällungen zu verhindern. Da die betreffenden Parzellen als „Wald“ eingetragen sind, waren dem Umweltverband die Hände gebunden. Auf derart festgelegten Grundstücken ist Kahlschlag bis zu einem gewissen Umfang zulässig. Bemühungen, die Besitzer der Flächen wie auch deren Pächter von ihrem Vorhaben abzubringen, liefen ins Leere. Freilich darf künftighin keine andere Nutzung des gerodeten Grund und Bodens erfolgen - will heißen: Eine landwirtschaftliche Nutzung ist nicht erlaubt, und im Zeitraum von einigen Jahren muss natürliche Waldentwicklung wieder erkennbar sein oder aber es muss aufgeforstet werden.

Rodungen und Abholzungen waren in den letzten Sitzungen des Altstadter Naturschutzbundes häufig Diskussionsthema: Die Entfernung der Bäume und Sträucher entlang der Ortsstraße vor der Bliesbrücke, die Abholzungen im Zollbahnhof entlang der Bahnstrecke Homburg-Saarbrücken, das Abmetzeln der Sträucher an der Kaiserstraße zwischen Homburg und Limbach, die reihenweise Fällung der Straßenbäume zwischen Limbach und dem „Höfchen“, sogar die Komplettrodung des riesigen DSD-Areals in Homburg hatten zahlreiche Bürger regelrecht erschüttert. Sie hatten sich an den Altstadter Naturschutzbund gewandt und diesen aufgefordert, gegen diese Brachialmaßnahmen einzuschreiten. „Wir haben freilich keine Polizeigewalt. Alles, was wir tun können, ist, bei den Behörden protestieren und gegebenenfalls Anzeige erstatten“, stellte Vorsitzender Martin Baus fest. Ansonsten seien dem Umweltverband leider die Hände gebunden. In der Regel verschanze sich die Bürokratie hinter der „Verkehrssicherungspflicht“, mit der jedwede Abholzung gerechtfertigt werde. Dagegen habe der NABU keine Handhabe. Inzwischen sei es sogar so, dass Eingaben und Briefe an Ämter und Ministerien noch nicht einmal mehr beantwortet werden. Diese Praxis des „Totstellens“ sei für den Naturschutzbund ebenso wenig befriedigend wie für die besorgten Bürger, und sie sei keinesfalls vereinbar mit Natur- und Umweltschutz oder Nachhaltigkeit.

Der Altstadter NABU will deshalb seinen Dachverband, den Saarländischen Landesverband des Naturschutzbundes, mit der Thematik befassen. Da es sich bei den Abholzungen um eine überörtlich gängige Praxis handelt, können die Einwände dagegen vielleicht auf diese Weise an höherer Stelle thematisiert werden.

(Text: Martin Baus)


Januar 2017

Erste Phase des Altstadter Mittelwald-Projektes beendet
Naturschutzbund pflanzte 400 Hainbuchen

400 der insgesamt anvisierten 1000 Hainbuchen sind nun gepflanzt, die erste Phase des „Projekts Mittelwald“ ist also abgeschlossen: Saarlandweit einzigartig ist das Vorhaben, das der Altstadter Naturschutzbund binnen drei Jahren umsetzen will. Auf vereinseigenen Waldparzellen, die mehr als einen halben Hektar groß sind, soll so ein Biotop entstehen, das in früheren Zeiten allgegenwärtig war, das es heute aber so gut wie nicht mehr gibt – ein „Mittelwald“. Finanziell unterstützt wird dessen Anlegung von Theophil Gallo, dem Landrat des Saarpfalz-Kreises, sowie vom saarländischen Landesverband des Nabu.
„Zentrale Elemente des Projektes sind bereits bejahrte Eichen, deren Umfeld einer nachhaltigen, behutsamen Nutzung nach historischem Vorbild unterzogen werden soll“, erläuterte Patric Heintz, der stellvertretende Vorsitzende des Altstadter Naturschutzbundes. Von ihm war die Initiative zur Schaffung dieses besonderen Lebensraums auch ausgegangen. Unter den besagten, bereits vorhandenen Eichen werde durch die flächendeckende Pflanzung von Hainbuchen der Lichteinfall derart reguliert, dass sich eine ganz eigene, inzwischen seltene Artenvielfalt entwickeln könne. „Diese Art der Waldbewirtschaftung war in vorindustrieller Zeit absolut gängig, ist heute aber weitgehend verschwunden. Erst einmal ausgebildet, werden die Hainbuchen dann in regelmäßigen Abständen von vielen Jahren zurückgeschnitten“, skizzierte Heintz weiter. Was sich zunächst paradox anhöre, sei letztlich aber der Kern des Projekts: „Die Hainbuchen treiben immer wieder aus und verdichten das Unterholz zu einer speziellen Art Biotop“. In früheren Zeiten seien solche Wälder in bis zu 20 Abschnitte gesplittet worden, um dann Jahr für Jahr partiell und sukzessive beerntet zu werden. Das so gewonnene Holz diente einst vornehmlich zu Heiz- und Kochzwecken. Allein die stetig zunehmenden Eichen bleiben unberührt; sie wie werden ebenso wie der Zwischenbereich zu den Hainbuchen hin regelmäßig komplett besonnt. Arten, die sich genau auf solche Strukturen spezialisiert haben, werden besonders gefördert. Das gelte nicht zuletzt auch für jene Tierarten, die sich dann auf die künftighin viel helleren Bereich über dem Hainbuchendickicht einstellen sollten: Halsbandschnäpper oder Mittelspecht sind etwa „Spezialitäten“ dieses Lebensraums, aber auch zahlreiche Schmetterlingsarten und Raritäten wie der Hirschkäfer.
In der ersten Charge brachten die Helfer des Altstadter Naturschutzbundes, ausgerüstet mit schweren Wiedehopf- und Kronenhacken sowie Spaten, nun 400 Hainbuchen in „Heistergröße“ (also etwa einen Meter groß) kreisförmig um die alten Eichenbäume in den Boden. Die Setzlinge wurden über eine Forstbaumschule bezogen. Der zweite „Bauabschnitt“ soll im nächsten Jahr folgen.         
(Text und Foto: Martin Baus)


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Letzte Änderung: 25.09.2017