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Presseartikel

April 2019

Altstadter Naturschutzbund wanderte in der Parrr

Zu einer Tour über den „Kreuzwanderweg‟ rund um Medelsheim in der "Parr" lud der Altstadter Naturschutzbund am Sonntag, 28. April, ein.

Die etwa fünf Kilometer lange Strecke führte entlang zahlreicher, teilweise Jahrhunderte alter Wegekreuze sowie anderer historischer Zeugnisse auch über die einstige „Duser Straße‟. Über diese Fernverbindung wurde im Mittelalter das in Lothringen gewonnene Salz transportiert.

Panoramablicke in die Südpfalz und auf die Vogesen sowie die typische Landschaft des Bliesgaus mit ihren Streuobstwiesen bildeten den Rahmen der Wanderung. Auch jene Stelle, an der es 1873 zur ersten „Marienerscheinung‟ im heutigen Saarland kam, wurde angesteuert.

Treffpunkt zur Abfahrt war um 9.30 Uhr am alten Kindergarten in Altstadt, die Wanderung in Medelsheim begann um ca. 10 Uhr auf dem Parkplatz des dortigen Friedhofs. Nach Möglichkeit wurden Fahrgemeinschaften gebildet. Die Wanderung dauerte etwa zwei Stunden, danach war eine Einkehr vorgesehen. Die Führung lag in den Händen des NABU-Vorsitzenden Martin Baus.

Text: Martin Baus, Foto: Günter Maier


April 2019

6000 Amphibien waren im Eimer - Altstadter Naturschutzbund holt sie raus

„4765 Erdkröten, 1159 Molche, 80 Frösche – also insgesamt genau 6004 Tiere sind uns in diesem Frühjahr ins Netz gegangen‟: Die Bilanz, die Dieter Geib für den Altstadter Naturschutzbund in Sachen Amphibienrettung zog, übertraf alle Erwartungen. Mehr als vier Wochen war die neuralgische Strecke im Kirkeler Wald kontrolliert worden. Tag für Tag hatten das gute Dutzend Helfer in dieser Zeit frühmorgens den Schutzzaun im Taubental in Augenschein zu nehmen, und manchmal war damit schweißtreibende Arbeit verbunden. Am 16. März, beispielsweise, einem Samstag, bei milden Temperaturen und feuchter Witterung, waren allein fast 1000 Tiere aus den am Wegesrand ebenerdig eingegrabenen Eimern zu holen, zu bestimmen und zum sicheren Laichgewässer zu tragen.

Obwohl der asphaltierte Waldweg im Taubental für Autos eigentlich verbotenes Terrain ist, hatte im Frühjahr 2017 ein regelrechtes „Massaker‟ auf recht kurzer Strecke stattgefunden. Mehrere Hundert Tiere waren an einem einzigen Abend der Krötenwanderung unter die Räder gekommen, und es hatte den Anschein, als ob ganz gezielt hin und her gefahren worden sei. Spaziergänger hatten deswegen den Altstadter Umweltverband alarmiert. In einer konzertierten Aktion mit der NABU-Ortsgruppe Blieskastel und Helfern aus Homburg sowie der saarländischen Naturwacht war auf einer nur wenige hundert Meter langen Strecke ein Schutzzaun installiert und mehr als zwei Dutzend Eimer vergraben worden. Auch große Hinweisschilder, die Autofahrer und andere Passanten auf die Laichwanderung aufmerksam machen sollten, wurden aufgestellt. Zu organisieren war der Helferdienst: Fünf Wochen lang, von Ende Februar an, standen jeden Morgen mindestens zwei Helfer Gewehr bei Fuß, um Hand an die Kröten zu legen und ihnen sicher über die Straße zu helfen.

„Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Anzahl der von uns aufgegriffenen Tiere um sage und schreibe 50 Prozent erhöht‟, resümierte Dieter Geib weiter. 2018 waren es noch 3259 Kröten, Molche und Frösche gewesen. Insbesondere bei den Erdkröten gab es explosionsartig „Zuwachs‟: Bei jetzt abgeschlossenen Aktion waren mit 4765 Exemplaren erfasst wurden - 2000 mehr als im Vorjahr. Die Tiere wandern übrigens in Richtung jenes Gewässers, in dem sie selbst geboren wurden. „In diesem Fall ist das der Marxweiher, der auf Homburg-Wörschweiler Gemarkung liegt‟, skizziert Dieter Geib vom NABU Altstadt die komplizierten geographischen Verhältnisse. Der Wald, in dem die Amphibien den Rest des Jahres zubringen, gehört zu Blieskastel-Bierbach, und auch die Kirkel-Limbacher Gemarkung grenzt unmittelbar an. Von daher sei es nur folgerichtig, wenn Umweltschützer aus allen drei Gemeinden bei der Rettung mitmachen. Entsprechend der Vielzahl der erfassten Kröten, Molche und Frösche, die heil ihre Laichgründe erreicht haben und sich so fortpflanzen können, gehen die Naturschützer davon aus, dass die Zahlen in den nächsten Jahren weiter steigen werden.

Die Rückwanderung in die Tiefen des Kirkeler Waldes verläuft im übrigen weit weniger spektakulär. Es gibt dann keinen Massenauftrieb mehr, die Kröten wandern vielmehr einzeln und unauffällig zurück in ihre Quartiere. Der Krötenzaun wurde inzwischen wieder demontiert.

Text: Martin Baus, Foto: Marion Geib


Februar 2019

Vortrag am Montag, 4. Februar 2019

"Bäume - wie sie wurden, was sie sind"

in Zusammenarbeit mit der Kreisvolkshochschule Saarpfalz
Referentin: Marion Geib
Beginn: 19:00 Uhr im Schulungsraum der Feuerwehr in Altstadt am Dorfplatz

Als kleine Sämlinge starten sie ins Leben. Aufgeschlagen unterm Mutterbaum, weit vom Wind in neue Habitate verdriftet oder auch vom Menschen in die Erde gebracht, keimen die zahlreich produzierten Samen und werden nach und nach zu arttypisch geformten Bäumen. Oft brauchen sie Jahrhunderte, um zu den Baumriesen zu werden, die wir Menschen gerne bewundern, die uns Erhabenheit signalisieren und die Geschichten erzählen können. Zahlreichen Mythen und Dichtungen geben sie Nahrung; kaum eine alte Eiche hat nicht ihre eigene Legende. Wie das Wachstum unsere Bäume von statten geht, wie sich die arteigenen Merkmale von Nadel- und Laubbäumen entwickeln; wie sich die Baumriesen ernähren, auch sie müssen essen und trinken, wie sie Nachtruhe halten, welchen Krankheiten sie ausgesetzt sind und sich davor schützen und wie schließlich Überlebenswille und Tod im Baum kämpfen – davon will dieser Vortrag erzählen.

Text und Foto: Marion Geib


November 2018

NABU-Plakette für schwalbenfreundliches Haus in Kirkel-Neuhäusel

Traditionell gelten Schwalben als Glücksboten. Bewahrten sie in früheren Zeiten das Vieh vor Krankheiten und anderem Unbill, so eilt ihnen bis heute der Ruf voraus, das Haus vor Feuer und Blitz zu schützen. Lieselotte und Dieter Heimfarth aus Kirkel-Neuhäusel können diese wichtige Funktion der Schwalben nur bestätigen: Kaum hatten sie ihr seinerzeit neues Domizil im Ahornweg bezogen, schon nisteten sich unter dem Dachfirst zur Straße hin Mehlschwalben häuslich ein.

Das ist mittlerweile schon mehr als 50 Jahre her, und seitdem kommen die gefiederten Schutzpatrone alle Frühjahr wieder zurück, um ihre kugeligen Lehmnester aufs Neue zu beziehen. Für ihr „schwalbenfreundliches Haus“ wurden die Eheleute Heimfarth vom Altstadter Naturschutzbund jetzt mit der farbenfrohen „Schwalbenplakette“  des NABU ausgezeichnet. Dieter Geib und Hannes Sand überbrachten die Auszeichnung. Es sei heute leider nicht mehr selbstverständlich, dass gerade Schwalben, die über alle Zeiten hinweg in trauter Eintracht mit den Menschen zusammengelebt haben, noch willkommen seien. Durch Modernisierungsmaßnahmen seien die Bestände der „Housemartins“ (wie sie auf Englisch heißen) dramatisch zusammengeschmolzen. Eine wesentliche Ursache für den Rückgang sei zudem die starke Versiegelung des Bodens: Die Mehlschwalbe wie auch die früher in Ställen so häufigen Rauchschwalben haben massiv unter der Asphaltierung von Feldwegen zu leiden – in deren Pfützen gab es früher stets hinreichend das erforderliche Baumaterial. „Sie finden schlichtweg keinen Lehm mehr für den Bau ihrer Nester“, skizzierten die beiden Vorstandsmitglieder des Altstadter Umweltverbandes. Von daher sei das Engagement von Lieselotte und Dieter Heimfarth höchst erfreulich und so lohnens- wie nachahmenswert.

Unter dem Dachvorsprung installierte Nisthilfen sollen den Schwalben den Nestbau erleichtern, halbfertige Höhlen aus Beton sind da schon mal die halbe Miete, die Vögel müssen nur noch fertig bauen. „Wir stellen aber schon fest, dass es in letzten Jahren weniger Brutpaare sind als früher“, betonen die Hausbesitzer. Aber drei, vier Nester seien immerhin stets noch besetzt. Dass sie ab Anfang April ganz gespannt auf ihre Gäste warten, versteht sich von selbst. Über das Sommerhalbjahr gibt es dann vom Nestbau über Brut und Fütterung der Jungen bis hin zur Sammlung vor dem gemeinsamen Abflug in das südliche Winterquartier Anfang September quasi hautnah allerhand zu beobachten.

Nächstes Frühjahr werden die Mehlschwalben der Heimfarths mit einer farbenfrohen Plakette an der Fassade im Ahornweg empfangen.

Das Foto zeigt die Vogelgastgeber Dieter und Lieselotte Heimfarth aus Kirkel-Neuhäusel, sowie Hannes Sand (links) und Dieter Geib (rechts) vom Altstadter Naturschutzbund.

(Text und Foto: Martin Baus)


Juli 2018

Konzertierte Krötenaktion im Kirkeler Wald

Mehr als 2500 gerettete Erdkröten, über 500 Molche, 13 Frösche: Das war die Bilanz der konzertierten Aktion, an der sich gleich drei Ortsgruppen des Naturschutzbundes (Nabu) spontan beteiligten. Vier Wochen lang war das Taubental im Kirkeler Wald Tag für Tag Schauplatz dieses Einsatzes. Entlang des dort installierten Schutzzaunes waren im März und April gut 30 in die Erde eingelassene Eimer zu kontrollieren. Die „Lurchies‟, die sich darin befanden, wurden nach der Bestimmung ihrer Art über die asphaltierten Waldstraße in das angrenzende Feuchtgebiet und damit in Sicherheit gebracht. Die Nabu-Ortsgruppen Altstadt, Blieskastel und Homburg hatten die Aktion auf die Beine gestellt.

Obwohl der Waldweg im Taubental für Autos eigentlich verbotenes Terrain ist, hatte im Frühjahr 2017 ein regelrechtes „Massaker‟ auf recht kurzer Strecke stattgefunden. Mehrere Hundert Tiere waren an einem einzigen Abend der Krötenwanderung unter die Räder gekommen, und es hatte den Anschein, als ob ganz gezielt hin und her gefahren worden sei. Spaziergänger alarmierten deswegen speziell den Altstadter Umweltverband. Da sich der Schauplatz des Geschehens auf Blieskastel-Bierbacher Terrain befindet, zudem die Homburg-Wörschweiler Gemarkung angrenzt, wurde die Idee einer Kooperation geboren. Zunächst mussten Schutzzäune beschafft werden, was dank Unterstützung beispielsweise von Naturlandstiftung und dem Landesbetrieb für Straßenbau auch gelang. Die Blieskasteler Ortsgruppe hatte zudem noch einen Sperrkordon „in der Schublade‟. Mit einer Vielzahl von Helfern wurde die Schutzvorrichtung dann aufgebaut, zudem in regelmäßigen Abständen Fangeimer in die Erde eingelassen. Auch große Hinweisschilder, die Autofahrer auf die Laichwanderung aufmerksam machen sollten, wurden angebracht. Zu organisieren war der Helferdienst: Vier Wochen lang, von Mitte März bis Mitte April, standen jeden Morgen mindestens zwei Helfer Gewehr bei Fuß, um Hand an die Kröten zu legen und ihnen sicher über die Straße zu helfen.

„Insgesamt war das eine sehr erfolgreiche Aktion‟, resümierte Dieter Geib vom Altstadter Naturschutzbund bei der Manöverkritik, zu der sich die Helfer jetzt trafen. Auch wenn vor und hinter dem Zaun noch einige wenige getötete Amphibien festzustellen waren, so konnten Vorfälle wie im letzten Jahr doch vermieden werden. Bei der Besprechung wurden auch über mögliche Verbesserungen diskutiert – man war sich bei den drei Ortsgruppen einig, im nächsten Frühjahr wieder zur Tat zu schreiten. Dann soll der Schutzzaun noch etwas verlängert werden, und auch bei der Installation der Fangeimer sei noch an Stellschrauben zu drehen. Insgesamt waren sie Naturschutzakteure aber auch einig darüber, dass in Sachen Amphibienschutz in der Biosphäre Bliesgau einiges im Argen liege. Vielen Stellen, wie etwa in Höhe der Breiter Mühle zwischen Niederwürzbach und Alschbach sowie an der Rittersmühle bei Oberwürzbach, seien regelrechte „Hotspots‟ massenhaft überfahrener Amphibien.
           
Text: Martin Baus
, Foto: Marion Geib


März 2018

Montag, 5. März 2018

Vortrag: Bäume - Mythen, Fakten, Impressionen von Marion Geib im Schulungsraum der Feuerwehr in Altstadt am Dorfplatz
Beginn 19:00 Uhr - Eintritt frei.


Der Vortrag nimmt den Hörer mit auf einen Waldspaziergang. Er ist kein Lehrstück in Sachen Vermittlung von Artenkenntnis - ob nun Erle oder Ulme, ob Sommer- oder Winterlinde, Wald- oder Schwarzkiefer steht nicht im Vordergrund. Er befasst sich mit den Feinheiten, die jene wahrnehmen, die innehalten und einfach nur schauen; er beschreibt die kleinen Wunder vor der Haustür, die jeder entdecken kann, der mit einer Langsamkeit den Wald durchstreift, welche genügend Raum lässt, auch auf die kleinen Dinge am Weg zu achten. Unser Wald ist heute vielfach primär ein Nutzungsraum für Brenn- und Bauholzgewinnung und seiner Geheimnisse zugunsten ökonomischer Verwertungszwecke oft weitgehend beraubt. Daneben entstehen aber auch immer mehr Zonen, in denen die Bewirtschaftung zurück gefahren oder ganz eingestellt wird, das Ökosystem Wald sich erholen und wieder nach einen eigenen Gesetzen weiterentwickeln darf. Alte Baumriesen erinnern an vergangene Kulturen, an spirituelle Riten und geschichtsträchtiges Brauchtum. Überdies sind überlieferte Heilkräfte gerade in letzter Zeit wieder vermehrt ins Bewusstsein gerückt, und viele unserer heimischen Bäume sind wahre Schätze für die Naturmedizin. Das Ökosystem Wald ist gleichwohl immer noch so vielfältig, dass nur ein Teil dessen, was es zu entdecken gibt, im Rahmen dieses Vortrags angesprochen werden kann; aber vielleicht ist er ein Anstoß für einen eigenen, entdeckungsreichen Waldspaziergang.


November 2017

Wiederansiedlung von Mauerseglern in Kirkel

Da die Wiederansiedlung von Mauerseglern für unseren Verein mit erheblichen Kosten verbunden ist, halten wir natürlich auch nach Spenden oder sonstigen Zuwendungen Ausschau.

Dabei sind wir auf die Aktion „Du und Dein Verein“ der ING-DiBa gestoßen. Die ING-DiBa ist eine Direktbank mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie stellt 1.000 Vereinen in Deutschland jeweils 1.000,00 € zur Verfügung. Die Auswahl der Vereine, die in den Genuss der Zuwendung kommen, erfolgt über eine Abstimmung im Internet. Je nach Größe des Vereins wurden 5 Gruppen gebildet; der NABU Altstadt rangiert in der Gruppe 5 der Vereine mit mehr als 500 Mitgliedern. Die ersten 200 Vereine jeder Gruppe erhalten das o.g. Preisgeld. Durch Ihre Stimme können Sie dazu beitragen, dass der NABU Altstadt bei diesem Verfahren auf einen guten Platz kommt. Die Abstimmung läuft folgendermaßen ab: Unseren Verein finden Sie unter:

https://www.ing-diba.de/verein/app/club/societydetails/886cf96f-90f3-4cd5-b26d-57e8aed14bcd

Zur Stimmabgabe ist ein Abstimmcode erforderlich, der nach Eingabe Ihrer Handy-Nummer kostenlos per SMS an Sie übertragen wird. Mit diesem Code wird die Abstimmung für Sie von ING-DiBa freigeschaltet. ING-DiBa versichert ausdrücklich, dass Ihre Handy-Nummer nur für die Abstimmung genutzt wird. Wir denken, dass man dieser Zusicherung der Bank auch vertrauen kann. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie durch Ihre Abstimmung für den NABU Altstadt unsere Arbeit vor Ort in der Gemeinde unterstützen könnten. Hierfür herzlichen Dank. Hilfreich ist natürlich auch eine Weitergabe dieser Information an Freunde und Bekannte.

Die bundesweite Konkurrenz war groß. Die Aktion lief bis zum 07. November 2017. Leider haben wir nur 50 Stimmen erhalten und damit keine Chance gehabt, unter die ersten 200 Vereine zu kommen, die ein Preisgeld erhalten haben. Trotzdem all denjenigen, die uns ihre Stimme gegeben haben, unseren herzlichen Dank.

NABU Altstadt
Der Vorstand


August 2017

Landrat Gallo besucht Altstadter Mittelwald
Treffen benachbarter NABU-Ortsgruppen in der Jagdhütte

Prächtig gedeihen die 400 Bäume, die vom Altstadter Naturschutzbund im letzten Herbst gepflanzt worden waren. Ungemein viel Regen über das Frühjahr und den Sommer hinweg hat dafür gesorgt, dass die Hainbuchen-Setzlinge so gut wie alle hervorragend angewachsen sind und jetzt in sattem Grün stehen. Das „Projekt Mittelwald“ stand im Blickpunkt eines Ortstermins, zu dem nicht nur Vertreter von NABU-Ortsgruppen aus Homburg, St. Ingbert, Blieskastel und Bexbach sowie der Kreisvorsitzende Peter Hellenthal gekommen waren. Auch Landrat Theophil Gallo nutzte die Gelegenheit, um sich über die Initiative des Umweltverbandes zu informieren. Das im Saarland und darüber hinaus einzigartige Projekt war vom Saarpfalz-Kreis bezuschusst worden.

"Wir simulieren hier quasi eine Waldnutzung, wie sie über Jahrhunderte üblich war“, skizzierte Patric Heintz. Er hatte den Vorschlag gemacht, einen vereinseigenen Wald so „umzubauen“, das am Ende ein nahezu undurchdringliches Dickicht Lebensraum für viele Tierarten entsteht. „Herzstücke“ dabei seien bereits stattliche Eichen, deren Umfeld einer nachhaltigen, behutsamen Nutzung nach historischem Vorbild unterzogen werden soll. „Durch die flächendeckende Pflanzung von Hainbuchen wird der Lichteinfall reguliert, so dass sich eine ganz eigene, inzwischen seltene Artenstruktur entwickeln kann“, erläuterte der stellvertretende Vorsitzende des Altstadter Naturschutzbundes. Diese Art der Waldbewirtschaftung sei in vorindustrieller Zeit absolut gängig gewesen, ist heute aber weitgehend verschwunden. „Wenn sie eine gewisse Größe haben, werden die Hainbuchen dann regelmäßig zurück geschnitten – das klingt zunächst paradox, ist aber der Kern des Projekts“, erläuterte Heintz weiter: Die Hainbuchen treiben wieder aus und verdichten das Unterholz zu einer ganz speziellen Art Biotop. Klassisch seien solche Wälder in 20 Teile gesplittet worden, um dann Jahr für Jahr partiell und sukzessive „beerntet“ zu werden, zur Brennholznutzung etwa. Allein die stetig zunehmenden Eichen bleiben unberührt; sie wie ihre Bodenflora werden regelmäßig komplett besonnt, und Arten die sich genau auf solche Strukturen spezialisiert haben, werden gefördert.

Auch als Vorsteher des Zweckverbandes Biosphäre Bliesgau zeigte sich Landrat Gallo angetan vom „Mittelwald“-Projekt. Nicht nur für den nördlichen Bereich des Unesco-Reservates sei die Umsetzung eines solchen Vorhabens ein interessanter und spannender Versuch, andere attraktive Wege im Naturschutz zu gehen und Landschaftselemente aufzuwerten. Im Herbst geht es im übrigen weiter, dann werden die nächsten 300 Bäume gepflanzt – binnen drei Jahren sollen es dann insgesamt 1000 werden.

Die Jagdhütte im Altstadter Märchenwald war nach dem Ortstermin dann Schauplatz weiterer intensiver Diskussionen. Bei einem Imbiss war dabei auch die Neutrassierung der Bundesstraße 423 ein Thema. Über ein bundesweit renommierte Anwaltskanzlei sei inzwischen auch eine 72-seitige, dezidierte Stellungnahme des NABU-Landesverbandes abgegeben worden. Auch der Altstadter Naturschutzbund hat gegen die neue Straße durch Blies- und Erbachaue Stellung bezogen, allerdings auf nur zwei Seiten.


(Text und Foto: Martin Baus)


Juni 2017

Altstadter Naturschutzbund installiert Nistkasten für Schleiereule im Limbacher Kirchturm

„Was dem einen seine Eule, ist dem anderen seine Nachtigall“: Diese alte norddeutsche Weisheit hat der Altstadter Naturschutzbund jetzt hinsichtlich der beiden Limbacher Kirchtürme etwas umgefriemelt: „Was dem einen seine Mauersegler, ist dem anderen seine Schleiereule“ könnte die Devise lauten, nach der an beiden markanten Bauwerken Nisthilfen für die jeweilige Art installiert wurden. Bereits im März war an der katholischen Christ König ein Kasten für die flinken Mauersegler angebracht wurden. Tatkräftig unterstützt worden war der Umweltverband dabei von der Homburger Feuerwehr, die mit ihrer modernen Drehleiter die Montage in schwindelnder Höhe möglich machte (Bericht siehe weiter unten).

Kurz darauf wurde der NABU dann von der protestantischen Kirchengemeinde angesprochen, ob denn ein solcher Kasten nicht auch an der alten Elisabethkirche installiert werden könne. Dass der alte Turm vermutlich nicht hoch genug für Mauersegler sei und das aus Buntsandsteinen erstellte, denkmalgeschützte Gemäuer zudem in seinem „Outfit“ beeinträchtigt werde, sprach aus Sicht der Naturschützer aber eher dagegen. Viel besser zu einer solchen alten Dorfkirche passe indes eine Schleiereule. Der Vorschlag, im obersten Stockwerk des Turms, direkt unter den Glocken gegen den alten Friedhof hin, eine Nisthilfe für die Schleiereule unterzubringen, fand denn auch bei der Kirchengemeinde Gegenliebe. Dieter Geib, Beisitzer im Vorstand, baute dann genau nach Vorschrift einen Nistkasten für den nachtaktiven, lautlosen Vogel. Mit rund 40 Kilogramm Gewicht und sperrigen Maßen stand der Altstadter Naturschutzbund dann vor dem nächsten Problem – nämlich wie den Eulenkasten in den Turm hinauf bekommen. Türen erwiesen sich als zu schmal, Holzstiegen als zu eng. Ein Hubsteiger oder eine eigens aufzubauende Seilwinde wurden lange durchdiskutiert. Bei einem Ortstermin wurde dann die Lösung gefunden – eine „Geheimtür“, an die sogar Küster Dieter Hock nicht gedacht hatte, erwies sich als „des Pudels Kern“. Über die alten Kirchenbänke der Empore wurde der Eulenkasten schließlich durch diese vergessene Passage in den Turm verfrachtet. Der Rest war dann nur noch Routine, das Domizil wurde von den NABU-Aktiven fest an jenem Fenster verankert, das Axel Leibrock von der Limbacher Kirchengemeinde zuvor so hergerichtet hatte, dass die Eule auch in den Turm hineinkommt.

„Jetzt heißt es nur noch abwarten, bis die Schleiereule den Weg zu ihrer neuen Behausung findet“, meinte Marion Geib, die Kauz- und Eulenexpertin des Altstadter Umweltverbandes. Es könnte allerdings auch sein, dass der Turmfalke der Eule den Brutplatz streitig macht – „die beiden Arten konkurrieren gerne um solche Angebote“, meinte sein. Aber auch der Turmfalke passe ganz gut zum Limbacher Kirchturm.
(Text und Foto: Martin Baus)


März 2017

Altstadter Naturschutzbund und Homburger Feuerwehr montieren Mauerseglerhilfe an der katholischen Kirche in Limbach

Durchaus spektakulär lief die Aktion ab, deren Schauplatz die katholische Kirche „Christ König“ in Limbach war: Am frisch renovierten Turm des bald 85 Jahre alten Gotteshauses brachte der Altstadter Naturschutzbund mit tatkräftiger Unterstützung der Homburger Feuerwehr einen Spezialnistkasten für Mauersegler an. Unterhalb der Schalllöcher wurde die etwa sieben Kilogramm schwere und einen Meter lange Vorrichtung aus Pflanzenfaserbeton montiert. Erreicht wurde diese Stelle auf etwa 16 Metern Höhe über die gewaltige Drehleiter, mit welcher die Homburger Floriansjünger angerückt waren.

Zahlreiche Zuschauer, darunter auch der Limbacher Ortsvorsteher Max Limbacher sowie auch Mitglieder der örtlichen Feuerwehr waren gekommen, um die Installation des Vogelquartiers mitzuerleben. Schon allein die Ausrichtung des Fahrzeugs an der richtigen Stelle sorgte für staunende Gesichter. Nachdem „Pilot“ Hans-Peter Schad hydraulisch die Waagrecht-Senkrecht Stützen justiert hatte, bugsierte er die Besatzung im optimal gesicherten Korb routiniert auf Arbeitshöhe. Patric Heintz, der stellvertretende Vorsitzende des Altstadter Naturschutzbundes, sowie Philipp Sandmayer und Paul Bessler von der Homburger Feuerwehr zeigten sich unbeeindruckt von dem, was sich an Abgründen unter ihnen auftrat und jonglierten trotz luftigem Standort souverän mit Bohrmaschinen und Vogelkasten.

Das „Mehrfamilienhaus“ für Mauersegler, das einer kleinen Kolonie Platz bietet und über drei Einfluglöcher verfügt, wurde vom NABU eigens für den Kirchturm angeschafft und von Dieter Geib zuvor auch in dessen neuer Farbe gestrichen. Mit der Anbringung an einem solch augenfälligen Ort will der Umweltverband auch auf die Gefährdungen aufmerksam machen, denen der elegante Flieger zusehends ausgesetzt ist. Die fortschreitende und geradezu hermetische Dämmung speziell von Altbauten bedroht die angestammten Nistreviere im Siedlungsbereich immer stärker. Über die besonderen Eigenschaften des eleganten Fliegers informierte Hans-Jürgen Sand vom NABU-Vorstand: „Mauersegler leben etwa zehn Monate im Jahr ausschließlich in der Luft; nur während der etwa zweimonatigen Brutzeit haben sie zeitweise Bodenberührung. Die Vögel, die gerne mit Schwalben verwechselt werden, können Geschwindigkeiten von über 200 Kilometer pro Stunde erreichen“. Und wenn das Wetter einmal schlecht ist und nicht genügend Insektennahrung vorhanden, dann flögen sie schon mal kurz 500 oder 600 Kilometer gen Süden, um Futter beizuschaffen.

Nach knapp einer Stunde war das neue Quartier bezugsfertig. Für das Trio im Korb wurde die Drehleiter dann auf ziemlich maximale 30 Meter ausgefahren, um kurz Umschau über Limbach und Umgebung zu halten. Neugierig wurde das Geschehen von vier Störchen und einem Bussard beobachtet, die über die katholischen Kirche ihre Runden drehten. Frühestens Anfang Mai wird man dann sehen, ob die Mauersegler das neue Wohnungsangebot annehmen – dann erst kommen sie aus ihrem Winterquartier im Süden zurück, um sich fortzupflanzen.
(Text und Foto: Martin Baus)


Februar 2017

Abholzungen - Thema beim Altstadter Naturschutzbund

Dass Wald auch dann Wald ist, wenn weit und breit kein einziger Baum mehr zu sehen ist, diese seltsame Erfahrung musste der Altstadter Naturschutzbund in den vergangenen Wochen machen. Hintergrund: Großflächige Abholzungen alter Bäume in der Gemarkung „Sandkaut“ am Rand der dortigen Erdbeerplantagen hatten beim NABU die Telefone heiß laufen lassen. Allen Protesten zum Trotz scheiterten sämtliche Versuche, die Fällungen zu verhindern. Da die betreffenden Parzellen als „Wald“ eingetragen sind, waren dem Umweltverband die Hände gebunden. Auf derart festgelegten Grundstücken ist Kahlschlag bis zu einem gewissen Umfang zulässig. Bemühungen, die Besitzer der Flächen wie auch deren Pächter von ihrem Vorhaben abzubringen, liefen ins Leere. Freilich darf künftighin keine andere Nutzung des gerodeten Grund und Bodens erfolgen - will heißen: Eine landwirtschaftliche Nutzung ist nicht erlaubt, und im Zeitraum von einigen Jahren muss natürliche Waldentwicklung wieder erkennbar sein oder aber es muss aufgeforstet werden.

Rodungen und Abholzungen waren in den letzten Sitzungen des Altstadter Naturschutzbundes häufig Diskussionsthema: Die Entfernung der Bäume und Sträucher entlang der Ortsstraße vor der Bliesbrücke, die Abholzungen im Zollbahnhof entlang der Bahnstrecke Homburg-Saarbrücken, das Abmetzeln der Sträucher an der Kaiserstraße zwischen Homburg und Limbach, die reihenweise Fällung der Straßenbäume zwischen Limbach und dem „Höfchen“, sogar die Komplettrodung des riesigen DSD-Areals in Homburg hatten zahlreiche Bürger regelrecht erschüttert. Sie hatten sich an den Altstadter Naturschutzbund gewandt und diesen aufgefordert, gegen diese Brachialmaßnahmen einzuschreiten. „Wir haben freilich keine Polizeigewalt. Alles, was wir tun können, ist, bei den Behörden protestieren und gegebenenfalls Anzeige erstatten“, stellte Vorsitzender Martin Baus fest. Ansonsten seien dem Umweltverband leider die Hände gebunden. In der Regel verschanze sich die Bürokratie hinter der „Verkehrssicherungspflicht“, mit der jedwede Abholzung gerechtfertigt werde. Dagegen habe der NABU keine Handhabe. Inzwischen sei es sogar so, dass Eingaben und Briefe an Ämter und Ministerien noch nicht einmal mehr beantwortet werden. Diese Praxis des „Totstellens“ sei für den Naturschutzbund ebenso wenig befriedigend wie für die besorgten Bürger, und sie sei keinesfalls vereinbar mit Natur- und Umweltschutz oder Nachhaltigkeit.

Der Altstadter NABU will deshalb seinen Dachverband, den Saarländischen Landesverband des Naturschutzbundes, mit der Thematik befassen. Da es sich bei den Abholzungen um eine überörtlich gängige Praxis handelt, können die Einwände dagegen vielleicht auf diese Weise an höherer Stelle thematisiert werden.

(Text: Martin Baus)


Januar 2017

Erste Phase des Altstadter Mittelwald-Projektes beendet
Naturschutzbund pflanzte 400 Hainbuchen

400 der insgesamt anvisierten 1000 Hainbuchen sind nun gepflanzt, die erste Phase des „Projekts Mittelwald“ ist also abgeschlossen: Saarlandweit einzigartig ist das Vorhaben, das der Altstadter Naturschutzbund binnen drei Jahren umsetzen will. Auf vereinseigenen Waldparzellen, die mehr als einen halben Hektar groß sind, soll so ein Biotop entstehen, das in früheren Zeiten allgegenwärtig war, das es heute aber so gut wie nicht mehr gibt – ein „Mittelwald“. Finanziell unterstützt wird dessen Anlegung von Theophil Gallo, dem Landrat des Saarpfalz-Kreises, sowie vom saarländischen Landesverband des Nabu.
„Zentrale Elemente des Projektes sind bereits bejahrte Eichen, deren Umfeld einer nachhaltigen, behutsamen Nutzung nach historischem Vorbild unterzogen werden soll“, erläuterte Patric Heintz, der stellvertretende Vorsitzende des Altstadter Naturschutzbundes. Von ihm war die Initiative zur Schaffung dieses besonderen Lebensraums auch ausgegangen. Unter den besagten, bereits vorhandenen Eichen werde durch die flächendeckende Pflanzung von Hainbuchen der Lichteinfall derart reguliert, dass sich eine ganz eigene, inzwischen seltene Artenvielfalt entwickeln könne. „Diese Art der Waldbewirtschaftung war in vorindustrieller Zeit absolut gängig, ist heute aber weitgehend verschwunden. Erst einmal ausgebildet, werden die Hainbuchen dann in regelmäßigen Abständen von vielen Jahren zurückgeschnitten“, skizzierte Heintz weiter. Was sich zunächst paradox anhöre, sei letztlich aber der Kern des Projekts: „Die Hainbuchen treiben immer wieder aus und verdichten das Unterholz zu einer speziellen Art Biotop“. In früheren Zeiten seien solche Wälder in bis zu 20 Abschnitte gesplittet worden, um dann Jahr für Jahr partiell und sukzessive beerntet zu werden. Das so gewonnene Holz diente einst vornehmlich zu Heiz- und Kochzwecken. Allein die stetig zunehmenden Eichen bleiben unberührt; sie wie werden ebenso wie der Zwischenbereich zu den Hainbuchen hin regelmäßig komplett besonnt. Arten, die sich genau auf solche Strukturen spezialisiert haben, werden besonders gefördert. Das gelte nicht zuletzt auch für jene Tierarten, die sich dann auf die künftighin viel helleren Bereich über dem Hainbuchendickicht einstellen sollten: Halsbandschnäpper oder Mittelspecht sind etwa „Spezialitäten“ dieses Lebensraums, aber auch zahlreiche Schmetterlingsarten und Raritäten wie der Hirschkäfer.
In der ersten Charge brachten die Helfer des Altstadter Naturschutzbundes, ausgerüstet mit schweren Wiedehopf- und Kronenhacken sowie Spaten, nun 400 Hainbuchen in „Heistergröße“ (also etwa einen Meter groß) kreisförmig um die alten Eichenbäume in den Boden. Die Setzlinge wurden über eine Forstbaumschule bezogen. Der zweite „Bauabschnitt“ soll im nächsten Jahr folgen.         
(Text und Foto: Martin Baus)


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Letzte Änderung: 08.05.2019