Erster Arbeitseinsatz des NABU Altstadt im neuen Jahr.

22. Januar 2011

An drei „Baustellen“ gleichzeitig war der Altstadter Naturschutzbund bei seinem ersten Arbeitseinsatz für das neue Jahr in Aktion. Weil so viele Helfer gekommen waren, konnten gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Die Kopfweiden am Bruchgraben bekamen ihren Pflegeschnitt, auf einem vereinseigenen Grundstück auf dem Zollbahnhof wurde eine Trockenmauer auf Vordermann gebracht, und obendrein wurde im Landschaftsschutzgebiet unweit des Friedhofs „piccobello“ gemacht - will heißen: der dort herumliegende Müll wurde eingesammelt. Bei trocken-kalter Witterung stand schließlich in der Jagdhütte im „Märchenwald“ nach getaner Arbeit der Kehraus auf dem Stundenplan: Marion Geib, ansonsten für den Internet-Auftritt des Altstadter Umweltverbandes und sowie die Betreuung der Wanderfalken im Saarland zuständig, hatte die PC-Maus mit dem Kochlöffel getauscht und kredenzte im Domizil der Jäger einen steifen Erbseneintopf.

 

 

 

 

Die Kopfweiden am "Brandweiher", einem ehemaligen Löschteich unweit des Zollbahnhofes, standen zunächst im Mittelpunkt der Aktion in Sachen Naturschutz. Ihnen eine neue "Frisur" zu verpassen lautete die Aufgabe, die das NABU-Team zu bewältigen hatte. Das etwa einen Hektar große Feuchtgebiet war von dem Altstadter Umweltverband vor genau 29 Jahren angelegt worden. Das Gelände befindet sich zum Teil im Eigentum des Umweltverbandes, zum Teil haben aber auch private Grundstücksbesitzer ihre Parzellen für den Naturschutz zu Verfügung gestellt. Bei der Bepflanzung des Terrains anno 1982 waren Weidenstöcke in den feuchten Erdboden gesteckt worden. Diese haben sich zwischenzeitlich zu ansehnlichen Büschen und Bäumen "gemausert".

Die Kopfform der Weide hat eine alte Tradition: Früher stand sie in Wiesen, um einerseits die Ufer von Bächen, Gräben und Teichen auf natürliche Weise zu befestigen und vor Abbrüchen zu schützen. Andererseits wurde aus ihr auch ganz praktischer Nutzen gezogen; der Rückschnitt auf den Stamm diente auch der Gewinnung von Weidenruten, die beim Flechten Verwendung fanden. Körbe entstanden so in kunstfertiger Handarbeit, die bei der Kartoffelernte zum Beispiel eingesetzt wurden. Mit derlei Flechtwerk haben die Altstadter Naturschützer natürlich längst nichts mehr am Hut. Ihnen geht es vielmehr darum, die Kopfweide als Lebensraum für verschiedene Vogelarten zu erhalten oder auch wieder anzubieten. Allerdings ist der Wiedehopf noch nicht wieder zurückgekehrt, der als auffälliger und farbenprächtiger Gast früher in den Kopfweiden heimisch war. Aber die Weidenmeise kann man durchaus häufiger in den Bäumen von der merkwürdigen Gestalt beobachten, deren fachgerechter Schnitt im Fachjargon als "Schneiteln" bezeichnet wird "Angeleiert" worden war die Pflanzung von Kopfweiden im übrigen vom ehemaligen Kreisvorsitzenden des Umweltverbandes, Winfried Fromm aus Lautzkirchen.

>>> Lebensraum Kopfweide

Mehrere Kochtöpfe, zerbrochenes Geschirr, ein Wok, eine Salatschüssel, ein halbes Fahrrad, zwei Lautsprecherboxen, ein Rasenmäherkorb, ein Mikrowellenherd, ein Autobahnabfahrtsschild, Klappstühle und Gartenschläuche gehörten zu dem Sammelsurium an Unrat, das die NABU-Helfer im Landschaftsschutzgebiet am Kirchberg zusammentrugen. Aber schon alleine mit den „normalen“ Abfällen aus Papier und Plastik wurden wie große Müllsäcke gefüllt. Schützenhilfe bekamen die Naturschützer aus dem Limbacher Rathaus: Die Gemeindeverwaltung holte die an der Friedhofshalle deponierte „Ernte“ aus zwei Stunden Arbeit ab und sorgte für die ordnungsgemäße „Entsorgung“ der Abfälle.

Martin Baus

Fotos: Martin Baus, Marion Geib


 

zurück zur Übersicht
Letzte Änderung: 5.2..2011