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Stellungnahmen des NABU Altstadt zu aktuellen Themen im Natur- und Umweltschutz

12.08.2019: Natura-2000 Gebiet Beeder Bruch - Schreiben an den Umweltminister des Saarlandes (pdf)

22.07.2019: Zollbahnhof - Bahnlog - Schreiben an den Wirtschaftsminister des Saarlandes (pdf)

12.04.2019: Verbau von Feldwirtschaftswegen und anderen Flächen mit Asphaltabfall - Schreiben an den Umweltminister des Saarlandes (pdf)

13.08.2018: Natura-2000 Gebiet Beeder Bruch - Schreiben an den Umweltminister des Saarlandes (pdf)

13.08.2018: Bebauungsplan "Östliche Windschnorr" - Schreiben an den Umweltminister des Saarlandes (pdf)

13.08.2018: Bebauungsplan "Am Weiherhügel" - Schreiben an den Umweltminister des Saarlandes (pdf)

01.07.2017: Abholzaktionen von Straßenbäumen - Schreiben an den Umweltminister des Saarlandes (pdf)

Presseartikel 2020/2021

März 2021

Pressemitteilung des NABU vom 22.03.2021

Kommentar zum SZ Artikel vom 25.02.2021 „Land stellt Masterplan vor“

Der NABU fordert den sofortigen Stopp des Flächenverbrauchs im Saarland (pdf)


Februar 2021

Rückblick auf das Jahr 2020

Allen Corona-Widrigkeiten zum Trotz fanden beinahe alle Arbeitseinsätze statt, eine über 4000 Quadratmeter große Blühfläche wurde geschaffen, und dass obendrein ein Storchenpaar im zweiten Jahr hintereinander erfolgreich im Ort Nachwuchs großzog, war beim Altstadter Naturschutzbund ein besonderer Höhepunkt des vergangenen Jahres.

Einiges blieb jedoch auf der Strecke: Eigentlich sollte das 40-jährige Bestehen des Umweltverbandes gefeiert werden, aber die Pandemie und die damit einhergehenden Einschränkungen ließen keine Jubiläumsveranstaltung zu. Auch sämtliche Exkursionen und Vorträge wurden abgesagt. Im Mai 1980 war das heute nicht mehr existierende Gasthaus „Zur Neustadt‟ von Robert Naumann Schauplatz der Gründung. „Deutscher Bund für Vogelschutz (DBV) lautete seinerzeit die Bezeichnung der Organisation, die später in Naturschutzbund (NABU) umbenannt wurde. Aus den damals rund 40 Gründungsmitgliedern sind inzwischen rund 500 geworden, und seit gut zehn Jahren ist der Altstadter NABU als eigenständiger Verein im Vereinsregister eingetragen.

Von Anfang an galt dem Flächenerwerb besonderes Augenmerk: Auf eigenen Grundstücken unterschiedlichste Maßnahmen umzusetzen, gilt nach wie vor als beste Methode, Naturschutz nachhaltig zu betreiben. Inzwischen nennt der Verein rund acht Hektar Grund und Boden sein eigen. Im Jubiläumsjahr kamen noch einmal fast 6000 Quadratmeter hinzu – dank eines Fördertopfs, den Vorstandsmitglied Dieter Geib aufgetan hatte. Aus dem Blühflächenprogramm des NABU-Bundesverbandes wurde dieses 10.000-Euro-Projekt, das in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Landwirt Dieter Körner realisiert wurde, bezuschusst. In unmittelbarer Nachbarschaft zum ehemaligen Naturschutzgebiet „Höllengraben‟ gelegen, summte und brummte es im letzten Sommer, was das Zeug hielt. Zusätzliche Blühflächen sollen in diesem Jahr hinzu kommen.

Obwohl die beiden letzten Sommer extrem trocken waren, wächst und gedeiht der „Mittelwald‟ prächtig. Von 2016 an wurden mehr als 1000 Hainbuchen gepflanzt. Ziel der Aktion, die auf die Initiative des stellvertretenden Vorsitzenden Patric Heintz zurückgeht, ist die Schaffung eines ganz besonderen und seltenen Biotops: Unter alten Eichen entsteht im Verlauf von wenigen Jahren ein schier undurchdringliches Dickicht, das vielen Tieren Lebensraum bietet und zudem als Mosaikstein im Klimaschutz darstellt – die Bäume speichern schließlich Kohlendioxid. Zunächst aber müssen die Buchen jedes Jahr freigeschnitten werden, bis sie „aus dem Gröbsten heraus sind‟.

Stets mit sicherem Abstand wurden Arbeitseinsätze wie dieser absolviert. Ob es der Teich auf dem „Rübenköpfchen‟ war, der „gepflegt‟ wurde, Kopfweiden „geschneitelt‟ oder Heckensäume entlang von Feldwegen zurückgeschnitten wurden - „coronakonform‟ ging alles über die Bühne. Erst jüngst galt es, Abflusshindernisse und jede Menge Müll aus dem Wäschbach zu entfernen. Alter Weidedraht, der sich teilweise im Bachlauf verfangen hatte, wurde dabei „entsorgt‟. Dabei konnte man Hannes Sand zuschauen, wie er das Relikt aus der Landwirtschaft in stoischer Ruhe stundenlang in kleine Stücke zerschnitt, so dass man alles endlich abtransportieren konnte. Viel Arbeit machte auch die Krötenrettung, für die der Altstadter NABU jedes Frühjahr im Taubental sorgt – zusammen mit den Ortsgruppen aus Homburg und Blieskastel wurde zuletzt dafür Sorge getragen, dass es einer „Rekordzahl‟ von mehreren Tausend Amphibien zur Fortpflanzung schafften ohne unter die Räder zu kommen. Nächster Termin: 150 Nistkästen gilt es nun bald wieder zu kontrollieren, zu säubern oder auch zu reparieren. Quer über die Altstadter Gemarkung verteilt, ist dieser Arbeitseinsatz seit der Gründung des Naturschutzbundes vor vier Jahrzehnten jedes Jahr fester Bestandteil der Vereinsarbeit.

Text und Foto: Martin Baus


Februar 2021 - Krötenschutz im Taubental

Tierschützer in unserer Region leisten wertvolle Arbeit. Und suchen nun auch nach dem seltenen Springfrosch.

Von Petra Pabst, Saarbrücker Zeitung

Homburg/Blieskastel

Das Quecksilber klettert in dieser Woche auf 20 Grad Celsius. Der Frühling klopft mit milden Temperaturen und strahlendem Sonnenschein an. Es zieht die Menschen nach draußen und überall erwacht das Leben. Auch bei Tieren zeigen sich Frühlingsgefühle, sie lockt es aus ihren Winterquartieren. Blümchen sprießen um die Wette, Bienen umschwirren sie eifrig. Sobald die Nachttemperaturen bei plus fünf Grad Celsius und mehr liegen, lockt es zudem Frösche, Kröten, Molche und Unken aus ihren Winterquartieren, und es kommt Hochzeitsstimmung auf. Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen machen sich auf die Wanderschaft. Es zieht sie instinktiv zu genau den Weihern und Tümpeln, in dem sie selbst einst zur Welt kamen, um sich hier nun als ausgewachsene Tiere zu paaren und ihren Laich abzulegen.

Doch auf dem Weg dahin lauern viele Gefahren, Fressfeinde beispielsweise. Am gefährlichsten wird den meisten Amphibien jedoch der Mensch, denn häufig müssen sie auf dem Weg zu ihrem Gewässer Fahrwege und Straßen überqueren. Da sie nur langsam vorankommen und häufig während der Dämmerung unterwegs sind, fallen sie jährlich zu Abertausenden dem Straßenverkehr zum Opfer. Der Nabu bittet darum Autofahrerinnen und Autofahrer, auf Amphibienwanderstrecken höchstens 30 Stundenkilometer zu fahren. Das kann vielen Tieren das Leben retten. Denn sie können nicht nur durch direktes Überfahren sterben, sondern auch wenn Fahrzeuge sehr schnell unterwegs sind.

„Große Geschwindigkeit erzeugt einen so hohen Luftdruck, dass die inneren Organe von Fröschen, Kröten und Molchen platzen oder durch den Mund nach außen gestülpt werden. Die Tiere verenden qualvoll“, so Sascha Schleich, Sprecher des Nabu-Bundesfachausschusses Feldherpetologie und Ichthyofaunistik. Viele Tier- und Naturschutz-Organisationen haben daher wieder aufgerufen, Krötenschutzzäune zu errichten. Auch der Nabu Altstadt und der Nabu Blieskastel haben sich – mittlerweile im vierten Jahr – wieder zusammengetan und so auch am vergangenen Samstag an der Forststraße im Taubental, unmittelbar an der A8 zwischen Limbach und Kirkel, gemeinsam einen Kröten-Schutzzaun errichtet. Das Gelände mit dem Teich, der Marksweiher heißt, gehört zur Naturlandstiftung Saarland. Der Wald, durch den der Forstweg führt, gehört zu Blieskastel-Bierbach, die Gemarkung Kirkel-Limbach grenzt unmittelbar an. Aus diesem Grund machen Umwelt- und Tierschützer aus allen genannten Kommunen bei der Rettungsaktion mit.

Die Mitglieder des NABU Blieskastel haben am Vormittag in regelmäßigen Abständen insgesamt 45 Eimer in den Boden versenkt – mehr als doppelt so viele wie in den Vorjahren. Am Nachmittag haben Helferinnen und Helfer des NABU Altstadt mit Planen und speziell entwickelten Fixier-Stangen einen über 300 Meter langen Krötenschutzzaun errichtet. Die Tiere, die nicht so hoch hüpfen können, bewegen sich so lange am Zaun entlang, bis sie in einen der Eimer fallen. Während der nächsten vier bis fünf Wochen kontrollieren nun täglich Helferinnen und Helfer der aus den NABU-Gruppen Altstadt, Blieskastel und Homburg, vom BUND und von der Naturwacht die Auffangeimer, zählen und registrieren die Tiere und setzen sie auf der anderen Straßenseite beziehungsweise am Teichrand wieder aus.

Spaziergänger werden ausdrücklich gebeten, nicht in die Rettungsaktion einzugreifen und Tiere aus den Eimern zu entnehmen, auch wenn sie es gut meinen. Wenn dies durch andere Personen erfolgt, wird das Ergebnis der Bestandserfassung verfälscht und gegebenenfalls auch die Einrichtung beschädigt. Das sich diese wertvolle Mühe lohnt, zeigen die Zahlen der letzten vier Einsatzjahre: „Im Jahr 2018 waren es insgesamt 3259 gerettete Amphibien, in 2019 stieg die Zahl auf 6004 Exemplare und 2020 waren es 6692 Kröten, Molche und Frösche, davon allein am 11. März 1715 und am 12. März 1763“ so Dieter Geib, Vorstandsmitglied der NABU-Ortsgruppe Altstadt. Gemeinsam mit seiner Frau Marion und weiteren Mitstreitern setzt sich der Rentner schon viele Jahre aktiv für den Natur- und Tierschutz ein.

Die NABU-AG Amphibien & Reptilien bittet bei der Rettungsaktion um zusätzliche Mithilfe bei der Nachsuche nach einer sehr speziellen und seltenen Froschart im Saarland: dem Springfrosch (Rana dalmatina). Die Art fällt unter Anhang IV der FFH-Richtlinie und ist somit streng geschützt. Wer glaubt, einen solchen seltenen Frosch aus dem Eimer gefischt zu haben, soll ein Foto davon machen und an die zuständige Stelle schicken.

Jede helfende Hand wird hier gebraucht.
Seit vielen Jahren kämpfen Naturschützer gegen den Amphibientod an unseren Straßen. Sie stellen Fangzäune auf, tragen Kröten über die Fahrbahn und legen Ersatz-Laichgewässer an. Für diese ehrenamtliche Arbeit sind zahlreiche Helferinnen und Helfer nötig. Der NABU informiert darum unter www.nabu.de/Kroetenwanderung über das bundesweite Geschehen. Dort gibt es neben aktuellen Meldungen über besondere Ereignisse und seltene Arten auch eine Datenbank, die über Standorte von Krötenzäunen und Aktionen informiert und wo Helfer gebraucht werden.

Bei der Krötenrettungsaktion im Taubental handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der NABU-Ortsgruppen Altstadt, Blieskastel und Homburg sowie von Henning Schwartz, Naturwacht Saarland (Träger: Naturlandstiftung Saarland) und Andreas Ragoschke-Schumm, BUND. Dringend gesucht werden weitere Helfer, denn Amphibienschutz ist aufwändig. Um mitzumachen, sind Vorkenntnisse nicht nötig. Wie man die Tiere richtig anfasst, wie man Grasfrösche von Springfröschen oder Bergmolche von Teichmolchen unterscheidet, ist schnell gelernt. Die Saison erstreckt sich in der Regel über zwei bis drei Monate.

Mehr Informationen gibt es bei Dieter Geib, Kirkel-Altstadt, unter Telefon (06841) 80404.

Auf unserem Bild (von links): Gerhard Schneider, Alfons Graf, Hansjürgen Sand, Marion und Dieter Geib sowie Manfred Lauer bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit zum Schutz der Amphibien in unserer Region.

Text und Foto: Petra Pabst, Saarbrücker Zeitung


August 2020

Blühwiese des NABU Altstadt

Die Hummeln brummeln, die Bienen summen, dass es eine wahre Pracht ist. Allein die Schmetterlinge machen sich im Moment noch etwas rar: Ein Bild leuchtender Blüten- und Farbenfülle bietet im Moment die Blühfläche, die der Altstadter Naturschutzbund angelegt hat. Auf einem Areal von mehr als 4000 Quadratmetern, unmittelbar angrenzend an das ehemalige Naturschutzgebiet „Höllengraben‟ in Richtung Beeden, wurde vor drei Monaten in Kooperation mit dem örtlichen Landwirt Ralf Körner das Saatgut ausgebracht, das nun im Hochsommer wie geplant neuen Lebensraum für Insekten bietet. Gefördert vom Bundesverband des Naturschutzbundes mit Mitteln aus dessen Projekt „Wildblumenwiesen‟, können nun die positiven Effekte einer solchen Blühfläche hautnah unter die Lupe genommen werden.

Zwischen Erdbeeräckern und Maisfeldern platziert, ist eine wahre Biotopinsel inmitten intensiver landwirtschaftlicher Nutzung geschaffen worden, unterstreicht Dieter Geib. In seinen Händen liefen die Fäden für die durchaus nicht unkomplizierte Organisation im Vorfeld zusammen. Zuschussanträge waren zu formulieren, Grundstücksfragen zu klären und schließlich die passenden Sämereien zu beschaffen. „Die Wahl fiel auf die Veitshöchheimer Bienenweide, eine Zusammenstellung, die auf die Bodenbeschaffenheit und klimatischen Verhältnisse bei uns am ehesten abgestimmt ist‟, skizziert der NABU-Streiter. Fast 50 verschiedene und zu unterschiedlichen Zeitpunkten aufblühende Pflanzen sind darin vertreten. Und obwohl es seit der Aussaat Ende Mai kaum geregnet hat, hat sich die Parzelle auffällig entwickelt – möglicherweise bedingt durch das benachbarte Feuchtgebiet am Höllenbrunnen.

Waren es am Anfang nur kleinere Pflanzen wie etwa Buchweizen, Kornblume oder Hundskamille, die zum Vorschein kamen, so sorgen nunmehr viele Sonnenblumen für ein regelrechtes Meer aus Gelb. Dazwischen gedeihen aber auch Blautöne in unterschiedlichsten Varianten: Besonders Borretsch, Rainfarn-Phazelie, Natternkopf und verschiedene Malven wirken anziehend auf die unterschiedlichsten Insektenarten, wie der Altstadter Umweltverband jetzt bei einer ersten umfassenden „Inspektion‟ feststellen konnte. Mit „modernen‟ Hilfsmitteln wie etwa speziellen Handy-Apps wurden Pflanzen bestimmt und so unter die Lupe genommen, welche der Sämereien es denn tatsächlich bis zur Blüte geschafft haben.

Selbst die nur in geringer Menge beigemischten „Küchenkräuter‟ wie Thymian (0,2 Prozent), Petersilie (0,6 Prozent). Salbei, Koriander und Dill (jeweils knapp 5 Prozent) konnten aufgespürt werden. Dass die Sonnenblume mit über zehn Prozent Beimengung freilich den stärksten Anteil hat, ist augenblicklich schwerlich zu übersehen. „Das umfassende Bienen- bzw. Insektensterben ist ja schon seit geraumer Zeit in den Schlagzeilen. Die Vielfalt unter den Insekten und auch deren Anzahl gehen immer weiter zurück, viele Arten finden keinen Lebensraum mehr in der vom Menschen stark veränderten, intensiv genutzten Landschaft‟, skizziert Dieter Geib die Hintergründe des Altstadter NABU-Projektes. Insbesondere die große Fläche, die das Blütenparadies einnimmt, sei ausdrücklich hervorzuheben. Auf diese Weise könne ein wirkungsvoller Beitrag gegen das Artensterben geleistet werden. Im übrigen profitierten auch eine Vielzahl von Vogelarten vom mit Sämereien reich gedeckten Tisch.

Angelegt ist das Projekt auf mehrere Jahre, also einigermaßen nachhaltig. Wenn im Herbst alles abgeblüht sei, werde Landwirt Körner die abgedörrten Reste mähen, so dass die Sämereien sich aufs Neue im Boden verteilen und im nächsten Jahr wieder aufblühen können. Eventuell werde auch noch ein wenig nachgesät – von besagter „Veitshöchheimer‟ Mischung habe man auch noch einen Rest übrig. Auf den über 4000 Quadratmetern wurden wurden übrigens nur etwas mehr als acht Kilogramm Saatgut ausgebracht. Dass daraus eine derartig grandiose Blumenwiese entstehen würde, das war von niemandem erwartet worden.

Foto links:
Vorher-nachher: Ein Mitarbeiter des Altstadter Landwirts Ralf Körner bei der Aussaat des „Veitshöchheimer‟ Saatgutes auf dem Areal des Altstadter Naturschutzbundes. Trotz großer Trockenheit seither hat sich die Blühfläche prächtig entwickelt.

Foto rechts:
Ortstermin Blumenwiese: In voller Blüte steht derzeit die über 4000 Quadratmeter große Blühfläche des Altstadter Naturschutzbundes. Dieter Geib, Jo Schindelhauer-Deutscher, Marion Geib, Hannes Sand und Patric Heintz (v.l.) schauten jetzt nach, welche Pflanzen gerade blühen und was sich in Sachen Insekten tut.


Text und Fotos: Martin Baus


Mai 2020

Stunde der Gartenvögel vom 8. bis 10. Mai 2020

Am Muttertagswochenende fand deutschlandweit die 16. Stunde der Gartenvögel statt. Der NABU hatte gemeinsam mit der NAJU und dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) dazu aufgerufen, eine Stunde lang Vögel zu beobachten, zu zählen und zu melden.

Deutschlandweit haben 161.581 Vogelfreunde an der Aktion teilgenommen, im Saarland waren es 2.077 Beobachter.

Im Saarland ergab sich die folgende Rangfolge
(in Klammern ist die Zahl der Exemplare und die Veränderung zum Vorjahr angegeben):

01 Haussperling (6.618 Ex., + 7%)
02 Kohlmeise (4.208 Ex., -15%)
03 Amsel (3.892 Ex., -3%)
04 Elster (2.602 Ex., -8%)
05 Star (2.591 Ex., - 31%)
06 Blaumeise (2.578 Ex., -35%)
07 Rabenkrähe (2.065 Ex., + 8%)
08 Mauersegler (1.830 Ex., +13%)
09 Ringeltaube (1.575 Ex., + 14%)
10 Feldsperling (1.504 Ex., -10%)
11 Rotkehlchen (1.117 Ex., -17%)
12 Mehlschwalbe (1.026 Ex., -10%)

Weitere Infomation finden Sie hier!

Foto: NABU


März 2020

Krötenschutz im Taubental

Saarbrücker Zeitung vom 19./20.03.2020

Auch wenn die Ausbreitung des Corona-Virus derzeit überall den Alltag lahm legt, die Natur lässt sich davon nicht beeindrucken. Der Frühling steht in den Startlöchern und überall regt sich Leben. Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen erwachen auch Kröten, Molche und Frösche aus ihrer Winterstarre und machen sich auf die Wanderschaft. Die Tiere sind unterwegs zu genau dem Gewässer, in dem sie selbst aufgewachsen sind. Hier wollen sie ihre Eier, den Laich, ablegen. Doch häufig schaffen es die kleinen Amphibien nicht bis dorthin, denn an manchen Stellen müssen sie Straßen überqueren. Leider gibt es für sie keine Zebrastreifen, über die sie gehen könnten. So kommt es oft vor, dass sie in großen Mengen überfahren werden. Autofahrer können die Tiere schlecht erkennen, denn sie wandern vor allem in der Dunkelheit. Besonders die Kröten sind sehr langsam und sie können selbstredend nicht ausweichen.

Wenn sich in der Nähe einer Straße ein Gewässer befindet, stellen derzeit einige Naturschutz-Organisationen wieder kniehohe Krötenschutzzäune aus Plastikplanen oder -netzen auf. Zusätzlich graben und versenken sie in regelmäßigen Abständen Eimer in den Boden. Die Tiere, die nicht so hoch hüpfen können, bewegen sich so lange am Zaun entlang, bis sie in einen der Eimer fallen.

Auch in unserer Region haben seit vielen Jahren Naturschützer dem Amphibientod an unseren Straßen den Kampf angesagt. Etwa zehn gemeldete Sammelaktionen wurden beim NABU-Saarland registriert, wie beispielsweise am Jägersburger Weiher oder am Glashütter Weiher in Rohrbach. Nach dem erfolgreichen Einsatz in den Jahren 2018 und 2019 haben die NABU-Ortsgruppen Altstadt und Blieskastel an der Forststraße im Taubental, unmittelbar an der A8 zwischen Limbach und Kirkel, auch in diesem Jahr wieder gemeinsam einen Krötenschutzzaun errichtet und betreuen ihn. Das Gelände mit dem Teich gehört zur Naturlandstiftung  Saarland. Gemeinsam kontrollieren täglich zwei von insgesamt vierzehn Helfern für etwa vier bis fünf Wochen die Auffangeimer, zählen und registrieren die Tiere und setzen sie anschließend auf der anderen Straßenseite beziehungsweise am Teichrand wieder aus. Die Helfer spielen quasi „Krötentaxi“.

Waren es im Jahr 2018 noch insgesamt 3259 Tiere, stieg die Zahl in 2019 bereits sprunghaft um mehr als 80 Prozent auf 6004 Exemplare. Der kleine Kälteeinbruch der letzten Tage bot eine gute Gelegenheit, nach der diesjährigen Halbzeit eine kleine Zwischenbilanz zu ziehen, bevor die Amphibien in diesen Tagen wieder richtig loslegen. Die Zahlen, die Dieter Geib für die NABU-Ortsgruppe Altstadt hierbei nennen kann, übertreffen alle Erwartungen. „Mit Stand Samstag sind jetzt bereits 5700 Tiere gerettet worden, alleine am letzten Mittwoch und Donnerstag jeweils über 1700. Das ist ein klares Zeichen, dass unsere Aktion von Erfolg gekrönt ist“ erklärt der Rentner stolz. Gemeinsam mit seiner Frau Marion und weiteren Mitstreitern setzt er sich schon viele Jahre aktiv für den Natur- und Tierschutz ein.

Der asphaltierte Waldweg im Taubental ist für Autos eigentlich verboten. Lediglich Mitarbeiter des Forsts, der Forstwirtschaft oder Nutzer mit Sondererlaubnis dürfen ihn befahren. Dennoch hatte im Frühjahr 2017 ein regelrechtes „Massaker“ auf recht kurzer Strecke stattgefunden. „Mehrere Hundert Tiere sind damals an einem einzigen Abend unter die Räder gekommen, man konnte kaum einen Schritt gehen, ohne auf ein totes Tier zu treten. Es hatte den Anschein, als ob ganz gezielt hin und her gefahren worden sei“, berichtet Katrin Lauer von der NABU-Ortsgruppe Homburg traurig. „Das war schlimm.“ Spaziergänger hatten deswegen den Altstadter Umweltverband alarmiert. In einer gemeinsamen Aktion haben Helfer der NABU-Ortsgruppen Altstadt und Blieskastel mit Helfern aus Homburg sowie der saarländischen Naturwacht im Jahr darauf auf einer nur wenige hundert Meter langen Strecke einen Schutzzaun installiert und mehr als zwei Dutzend Eimer vergraben. „Dabei müssen wir zuvor jeweils in einem ersten größeren Arbeitseinsatz die Böschung von Hecken und Dornen befreien. Auch Hinweisschilder, die Autofahrer und Passanten auf die Laichwanderung aufmerksam machen sollten, stellen wir auf“, erklärt Dieter Geib.

Der Wald, durch den der Forstweg führt, gehört zu Blieskastel-Bierbach, die Gemarkung Kirkel-Limbach grenzt unmittelbar an. Aus diesem Grund machen Umwelt und Tierschützer aus allen genannten Kommunen bei der Rettungsaktion mit. Für die kommende Woche hat sich für eine nahegelegene Baustelle eine Kranlieferung angekündigt, die den Forstweg durchfahren wird. Ein Mitarbeiter der Naturwacht wird dabei vor dem Lastwagen herlaufen und mögliche Kröten vom Asphalt aufsammeln, um sie zu retten. Spaziergänger werden ausdrücklich gebeten, nicht in die Rettungsaktion einzugreifen und Tiere aus den Eimern zu entnehmen, auch wenn sie es gut meinen. Wenn dies durch andere Personen erfolgt, wird das Ergebnis der Bestandserfassung verfälscht und gegebenenfalls auch die Einrichtung beschädigt.

„Bei unseren Aktionen kommen wir regelmäßig mit Spaziergängern ins Gespräch. Sie sind alle sehr interessiert an unserer Arbeit und so leisten wir gewissermaßen nebenher auch noch Aufklärung“ erklärt Joachim Schindelhauer-Deutscher von der NABU Ortsgruppe Altstadt. „Es ist ein sehr befriedigendes Gefühl, den Tieren das Leben zu retten und dafür zu sorgen, dass ihre Art überlebt und erhalten bleibt. Ich wünsche mir, dass Autofahrer gerade auf solchen ausgeschilderten Strecken achtsamer sind und vorsichtiger fahren. Das hat auch etwas mit Respekt gegenüber der Natur und den Tieren zu tun“, sagt seine Mitstreiterin Katrin Lauer.

Foto von links nach rechts:
Hans Becker, Martha Franzl, Joachim Schindelhauer-Deutscher, Katrin Lauer, Dieter Geib, Marion Geib

Text und Foto: Petra Pabst, Saarbrücker Zeitung


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Letzte Änderung: 26.02.2021